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29th April
2010
written by DedalusRoot


Inzwischen kommt es selten vor, dass ich mir ein neues Spiel kaufe. Das liegt daran, dass mich viele Neuerscheinung nicht reizen. Als alter Pen&Paper-Veteran und Würfelsammler liegen meine Vorlieben nämlich ganz klar bei Rollenspielen… und die sind seit einiger Zeit (Danke den Hinweis, doncish!) fast alle Massen-Mehrspieler-Online-Gemeinschaftsspiele (Übersetzung: Wiki). Dagegen ist nichts einzuwenden. Ich habe selbst einige Zeit MMO gespielt, musste aber feststellen, dass der “Time Sink” für einen berufstätigen Menschen mit Privatleben kaum zu bewältigen ist… Nichtsdestotrotz liebe ich Fantasy-Rollenspiele jeglicher Art und nachdem Dragon Age von allen Seiten über den grünen Klee gelobt wurde, muss ich mir das gute Stück natürlich mal anschauen…

Spannend wird das Unterfangen schon direkt beim Kauf.  Als arg- und planloser Kunde frage ich den hinter der Kasse stehenden Fachverkäufer nämlich zunächst einmal, ob das Spiel seines Erachtens denn auf meiner Hardware läuft. Weiß er natürlich nicht. Ich soll auf die Verpackung gucken. Steht hinten drauf. Is’ klar…  Hilft mir aber nicht. Ich frage also weiter, ob ich das Spiel für den unwahrscheinlichen Fall, dass es gar nicht läuft, zurückgeben könne… Das geht natürlich gar nicht.  Weil das “Game” nach Installation online registriert werden muss… Und eine ständige Internetverbindung benötigt.  Mein Kommentar: “Schöne Scheiße…” Antwort des Fachverkäufers: “Da kannst Du Dich bei den Piraten und Hackern bedanken, die Spiele kopieren…” Ah ja…  am Überwachungsstaat sind dann wohl auch die Terroristen Schuld und nicht der überwachende Staat. Ich überlege kurz, ob es lohnt sich aufzuregen, entschiede mich aber dagegen. Ich kaufe das Spiel. Trotz faschistoid anmutendem Kopierschutz und der Befürchtung, dass es nicht läuft.
Zu Hause angekommen folgt die nächste Überraschung: Das Spiel enthält 2(!) DVDs und beansprucht 20 GB auf meiner Festplatte, was mir ein kurzes “WTF!?” entlockt… Na gut, “Indiana Jones and the Last Crusade” bestand damals auch aus gefühlten 23 Disketten und war trotzdem ein Klassiker. Also installiere ich.  In der Zwischenzeit spüle ich ab, hänge die Wäsche auf und mache meine Steuererklärung (Ich übertreibe…).
So, jetzt endlich spielen! Ach nee… zunächst einmal registrieren und mir auf social.bioware.com ein Benutzerkonto einrichten.  Noch ein Benutzerkonto also… dort kann man sich die erstellten Charaktere anschauen, sich  Statistiken ansehen und das Ganz jederzeit twittern oder bei Facebook veröffentlichen. Endlich habe ich die Möglichkeit mein defizitäres Ego durch virtuelle Leistungen aufzublasen und es all meinen Freunden mitzuteilen! Zusätzlich dazu kann ich dort gegen Punkte zusätzlichen Content kaufen (O-Ton Fachverkäufer “Das ist das Coole an dem Game!” Ah ja…). Ich bin Jacks vollkommenes Defizit an Begeisterung…
Inzwischen sind gefühlte zwei Stunden vergangen, und ich habe noch keine Minute gespielt, was mich als Feierabendzocker ein klein wenig nervt, aber gleich geht’s los! Das Spiel startet und begeistert zunächst mal mit einem wunderschönen Intro. Das Menü zur Charaktererschaffung strotzt nur so vor Schiebern und Reglern… Ich kann von der Größe der Augen bis zur Position der Lippen und Ohren tatsächlich alles an meinem Charakter anpassen… nur die Köpergröße und Statur hat man irgendwie vergessen, was allerdings nicht allzu tragisch ist. Nach der Charaktererschaffung geht’s dann endlich los. Erste gute Nachricht: Dragon Age läuft anstandslos mit einer Auflösung von 1680×1050 auf höchster Detailstufe. Sehr fein… Zweite gute Nachricht: Es sieht verdammt gut aus. Die Steuerung ist klassisch und erfolgt per Point & Click oder mit den guten alten W, A, S, D-Tasten. Noch ein Pluspunkt. Wie ich sehr schnell herausfinde beginnt die Einführung je nach Herkunft des Charakters anders, was dazu führt, dass ich zunächst einmal alle möglichen Anfänge anteste… Was mir auffällt: Sehr schöne, wenn auch etwas ausufernde Dialoge mit kompletter Sprachausgabe. Noch ein Pluspunkt.
Bevor ich dann tatsächlich anfangen kann zu spielen, kommt die Frau heim, was weitere “Tests” bis weiteres verhindert…

Fazit bis jetzt: Dragon Age macht definitiv Lust auf mehr, auch wenn  der Registrierungs-Firlefanz und Installations-Kokolores alten, analogen Männern wie mir sicher an die Substanz geht, scheint das eigentliche Spiel das mehr als wett zu machen.

Und heute freu ich mich auf dann endlich auf’s Spiel…


3 Comments

  1. 05/07/2010

    Muahaha, wie nett. Da bekommt man ja beinahe Lust, ein bischen Lebenszeit mit einem neuen Spiel zu verschwenden. Dass dieses Spiel Zeit stiehlt sieht man ja schon an Satz Nr. 3, da fehlt sie auch, die Zeit 😉

    Wie isses denn so im Spiel weiter gegangen?

  2. Dedalus Root
    05/07/2010

    Ooh… Danke für den Kommentar und den Hinweis auf die/das fehlende “Zeit”. 😉

    Das Spiel an sich ist tatsächlich großartig… wundervoll, detaillierte Charaktererschaffung, großartige Dialoge und gute, für ein Spiel doch recht komplexe und spannende Plots sowie Quests, die sich tatsächlich nicht nur auf stumpfes Gemetzel beschränken, sondern mit teilweise sehr cleveren Rätseln aufwarten…
    Eigentlich hätte ich das gute Stück schon durch, wenn ich nicht die Angewohnheit hätte, mit ständig neuen Charakteren von vorn zu beginnen. 😉

    Vielleicht schreib’ ich nach Beendigung des Spiels noch mal eine richtige Rezension…

  3. kwiesatz
    16/10/2010

    ich mag das spiel…:)

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