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4th July
2010
written by DedalusRoot

“There was only one road back to L.A. US Interstate 15, just a flat-out high speed burn through Baker and Barstow and Berdoo. Then on to the Hollywood Freeway straight into frantic oblivion: safety, obscurity. Just another freak in the Freak Kingdom.”
- Raoul Duke

Mit diesen Worten des großen Gonzo-Journalisten Raoul Duke lässt sich meine Heimkehr nach Berlin recht treffend beschreiben. Acht Tage Griechenland heißt in meinem Fall eben nicht nur acht Tage Sommer, Sonne, Strand und Meer, sondern auch Familie, Plichtbesuche, Stress und ein Land und eine Mentalität, die sich mir nicht immer ganz erschliessen…
Denn der Segen der Heimatlosen zwischen den Welten zu wandeln wird immer auch ein bißchen zum Fluch, wenn man feststellt, wie sehr sich diese vermeintliche Heimat im Laufe der Zeit verändert hat und wie wenig von dem, was man ursprünglich an diesem Land geliebt hat, bleibt. Wir Griechen haben eines der schönsten Länder Europas geerbt und haben es im Verlauf der letzten Jahrzehnte nicht nur geschafft dieses Land in den Ruin zu treiben, wir haben im Zuge dessen auch das eigentliche Land ruiniert und uns einer gewissen Lebensqualität beraubt… Ich möchte jetzt nicht anfangen und das Verschwinden der Eselchen beklagen, aber das Prinzip der geringsten möglichen Leistung mit Blick auf den größtmöglich Profit zieht sich durch alle Lebens- und Geschäftsbereiche Griechenlands. Wir haben jeden noch so kleinen Streifen Küste mit Hotelbunkern und Ferienanlagen der billigsten Sorte zugepflastert und verlangen an der Strandpromenade von Thessaloniki doch tatsächlich 7-8 € für ein läppisches Bier oder einen Frappé… nicht weil wir müssen, sondern weil wir’s können. Und das macht mich wütend… Über allem weht ein Hauch von Ramsch und Ausverkauf, nie ist der Blick auf das Morgen gerichtet, sondern immer nur auf’s Hier und Jetzt. Das ist zwar einerseits genau die Mentalität, die ich an Griechenland so liebe und an Deutschland vermisse, aber spätestens seit wir der restlichen Welt unseren Schuldenberg offenbaren mussten, müssten wir gelernt haben, dass genau diese Mentalität in vielerlei Hinsicht unseren Ruin bedeutet.

Und doch habe ich diesen Sommer in Thessaloniki etwas entdeckt, das mir Hoffnung macht: ein ehemaliger Schulfreund und guter Kumpel hat, nachdem er jahrelang selbst Kneipen und Bars mit Spirituosen und Bier beliefert hat, in einer kleinen Fussgängerzone im Zentrum der Stadt seinen eigenen Laden eröffnet. Das Konzept: Menschen, die gutes Bier mögen, verkaufen anderen Menschen, denen es ebenso geht, gutes Bier… kein Schnickschnack, kein Bullshit, keine ohrenbetäubende Musik… einfach nur ein Laden, der inzwischen fast 150 verschiedene Sorten feinsten Bieres zu vernünftigen Preisen anbietet. Und siehe da: Das Ding läuft, und die Konkurrenz schaut verwundert zu…

Es wird aber noch besser! An jenem Abend machte ich die Bekanntschaft des “Imperial Porter” von Flying Dog, das sich am ehesten mit dem Äquivalent einer Schachtel filterlosen Zigaretten von Gitanes vergleichen lässt, wie mein Freund stolz verkündete. Und jetzt kommt’s! Die Jungs von Flying Dog machen nicht etwa nur verdammt gutes Bier… nein, die Jungs aus Maryland brauen gottverdammtes Hunter S. Thompson Gonzo-Bier und lassen die Labels auch noch von Ralph Steadman persönlich designen…!!

Photo by @MmeCoquelicot

Was mehr kann ein Freak sich wünschen?

In diesem Sinne:

“Good people drink good beer”
- Hunter S. Thompson

Nachtrag: Drei Flaschen hatte ich im Gepäck, als ich Griechenland verließ, jetzt muss ich nur noch eine Bezugsquelle in Deutschland finden…


4 Comments

  1. [...] This post was mentioned on Twitter by Dedalus Root. Dedalus Root said: Ein bißchen Gonzo und jede Menge Bier in Griechenland http://bit.ly/cq2VWJ #Bier #Gonzo #Griechenland [...]

  2. 04/07/2010

    ran out of gonzos bro? :D

  3. Well, I took only three of them with me… what do you think? ;-)

  4. 04/07/2010

    i think you need to come by car next time and grab a few cases of them :D

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