Archive for 2011

31st December
2011
written by DedalusRoot

Ich wünsche Euch allen ein wundervolles, ereignisreiches und erfüllendes neues Jahr!

Bleibt großartig und macht genau das, was Ihr tun wollt!

 

26th November
2011
written by DedalusRoot

Zum Wochenende gibt es mal wieder ein Wandgemälde der bezaubernden, trilingualen Clairikine, die sich regelmäßig an der U-Bahnhaltestelle Kottbusser Tor rumzutreiben scheint und sich Gedanken zu den wirklich wichtigen Fragen des Lebens macht.

Egal wie die Entscheidung ausfällt: Genießt Euer Wochenende!

 

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9th November
2011
written by DedalusRoot

[ picture via stuttmann.de]

Das habt Ihr nun davon. Der Pleitegrieche ist raus. Nachdem ich monatelange die unreflektierten liebevollen Kommentare meiner Mitmenschen und die Schmutzkampagnen Berichterstattung der deutschen Presse erdulden musste, hab’ ich die Schnauze voll.

Statt mich darüber aufzuregen, habe entschieden vom 11. bis 19. November einen Kurzaufenthalt im Land meiner Vorfahren einzulegen. Dort werde ich eine Woche lang nichts tun, als auf der faulen Haut zu liegen und mit meiner ebenso faulen, arbeitsscheuen Verwandtschaft (alle über 30 sind ohnehin schon in Rente) bei Τσίπουρο und Μεζέδες deutsche Steuergelder zu verprassen, die monatlich per Direktüberweisung auf den Konten aller Griechen eingehen.

Welchen Regierungschef mein Heimatland bei meiner Ankunft am Freitag nachmittag haben wird, ist bisher zwar noch unklar, nachdem ich aber einen griechischen Reisepass habe (ich wusste, das Ablehnen der deutschen Staatsbürgerschaft würde sich irgendwann auszahlen), gehe ich davon aus, dass man mir wohlgesinnt sein wird.

Sollte ich bei all dem Sirtaki Tanzen und Souvlaki Essen noch dazu kommen, werde ich mich mit eigenen Augen von der dort herrschenden Situation überzeugen und ausgiebig darüber berichten. Leider weiß ich derzeit noch nicht, wann und wie ich einen Zugang zum Internet habe, so dass es sein kann, dass ich entsprechende Berichte nachreiche.

P.S.: Die nächste Tranche zur Erhaltung dieser spätgriechischen Dekadenz möchte ich Euch bitten in der Zwischenzeit auf mein Nummernkonto in der Schweiz zu überweisen… Ευχαριστώ!

 

4th November
2011
written by DedalusRoot

“Versuche nicht den Text zu verbiegen, das ist nämlich nicht möglich.
Versuch Dir statt dessen einfach die Wahrheit vorzustellen: Den Text gibt es nicht.
Dann wirst Du sehen, dass nicht der Text sich biegt, sondern Du selbst.”

 

[picture via www.chrisbmurray.com]

 

3rd November
2011
written by DedalusRoot

 

Weihnachten steht vor der Tür… und wie jedes Jahr stellt sich die Frage, was man dem Straßenkämpfer von Welt und Freizeitanarchisten denn dieses Jahr schenkt. Die Principia Discordia hat er selbstverständlich schon, die alten 20-Loch Stiefel halten noch und Guy Fawkes Masken hat er derer fünfe! Was also schenken?

Die eleganteste Lösung für modebewusste Anonymous liefert Matthew Borgatti mit einer äußerst liebevoll gestalteten OWS Bandana. Das gute Stück kann nicht nur dazu genutzt werden gegen § 17a Abs. 2 des Versammlungsgesetzes zu verstoßen, sie enthält darüber hinaus die Kontaktdaten der ACLU und NLG sowie allerlei Informationen und Tipps für unerfahrene Jungdemonstranten.
Zusätzlich dazu verspricht Matthew, dass er für jede bestellte Bandana eine weitere kostenfrei an eine der vielen OWS “Zweigstellen” verschickt.

Und bevor sich hier jemand über die Kommerzialisierung der Protestbewegung beschwert:
Fuck off! Die Revolution braucht viel mehr cooles Merchandise!

 

24th October
2011
written by DedalusRoot

 

Die altehrwürdige Tradition des All Hallow’s Read, derzufolge sich Menschen am Vorabend von Allerheiligen gruselige Bücher schenken, findet Ihren Ursprung im keltischen Feiertag Samhain. Dieser Tag markierte das Ende des Sommers sowie das Neujahrfest des keltischen Kalenders und wurde in jenen Zeiten mit rauschenden Festen und Funkenfeuern begangen. Nach keltischem Glauben stand über die Dauer des Festes die Tür zur „Anderswelt”, der Welt der vorübergehend abgeschiedenen Toten, offen, so dass die Ahnen ihren lebenden Verwandten nächtliche Besuche abstatten und ihnen damit Glück bringen konnten. (more…)

20th October
2011
written by DedalusRoot

“Three Rings for the Asian-kings under the sky,
Seven for the Euro-lords in their halls of stone,
Nine for Americans doomed to die,
One Percent: the Dark Lords on their dark thrones
In the Land of Wall Street where the Shadows lie.
One Economy to rule them all, One Dow to find them,
One FED to bring them all and in their Poverty bind them;
In the Land of Wall Street where the Shadows lie.”

[via reddit.com]

12th October
2011
written by DedalusRoot

„Nur sein Auge sah alle die tausend Qualen der Menschen bei ihren Untergängen. Diesen Weltschmerz kann er, so zu sagen, nur aushalten durch den Anblick der Seligkeit, die nachher vergütet.“
– Jean Paul (Selina oder über die Unsterblichkeit)

Vor kurzem war ich auf einer dieser Veranstaltungen, auf denen man aus unerfindlichen Gründen ein stets gefülltes Glas in Händen hält und Konversation in Form von aneinander gereihten Belanglosigkeiten und Wikipedia-Versatzstücken betreibt, um die Zeit zu überbrücken, die unsichtbare Kobolde benötigen, um unbemerkt die Gläser aufzufüllen.

Im Rahmen einer solchen Konversation stellten wir fest, dass der Begriff “Weltschmerz” zur Gruppe jener linguistischen Exportschlager gehört, für die es in anderen Ländern keine richtige Entsprechung gibt, und welche aus dem deutschen Sprachraum ihren Weg in die große weite Welt gefunden haben. Weltschmerz steht damit auf einer Stufe mit anderen sprachlichen Errungenschaften wie Zeitgeist, Blitzkrieg und der alles bestimmenden urdeutschen Angst.

Von Jean Paul im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts erstmals erwähnt, beschreibt Weltschmerz ein Gefühl der Trauer und Melancholie, das einen angesichts der allgegenwärtigen Qualen der Menschheit und der Unzulänglichkeit der Welt überkommt und in anderen Sprachen meist ungenügend mit “Depression” oder “Melancholie” übersetzt wird. Weltschmerz ist jedoch deutlich allumfassender und ähnelt eher einer Weltanschauung als einer flüchtigen Gemütslaune.

Bei näherer Betrachtung zeichnet sich diese Plage der zweifelnden Jugend und Geißel der Dichter und Denker alleinverantwortlich für beinahe 90% aller schlechten Lyrik, die Entstehung depressiv-melancholischer Jugendbewegungen sowie die Leiden des jungen Werther. Wichtiger Bestandteil ist dabei stumpfes Grübeln sowie die tiefe Gewissheit in der breiten Masse der Bevölkerung auf Unverständnis zu stoßen.

Interessanterweise wird Weltschmerz im Russischen schlicht und einfach mit “Durst” übersetzt, was der Lösung des Problems ziemlich nahe kommt. Der Autor dieser Zeilen empfiehlt zur übrigens einen Bouvet-Ladubay Tresor Rosé Brut.

 

29th September
2011
written by DedalusRoot

Lyrics by Neil Gaiman,  Music by Amanda Palmer

So klingt also Liebeskummer im 21. Jahrhundert, wenn man Neil Gaiman den Text und Amanda Palmer die Musik schreiben lässt…
Und prompt fällt mir wieder ein, warum ich meine “Evil Exes” in allen Social Networks geblockt habe. Pro-Tipp: Es hilft natürlich ungemein, wenn Liebschaften Allerweltsnamen haben…

 

26th September
2011
written by DedalusRoot

Zia (Patrick Fugit) ist tot. In einem Anflug von jugendlichem Liebeskummer und Selbstmitleid hat der junge Mann den Werther gemacht und sich die Pulsadern aufgeschlitzt, um seinem gebrochenen Herzen und seiner traurigen Existenz zu entfliehen. Zuvor hat er selbstverständlich seine Wohnung geputzt und starrt nun, in einer Lache seines eigenen Bluts liegend, auf eine riesige Staubfluse in der Ecke seines Badezimmers. Beschissener kann das Leben fast nicht sein… gäbe es da nicht das Leben nach dem Tod, denn das ist seinem alten nicht ganz unähnlich, nur wesentlich schlimmer: Das Jenseits, in dem sich Zia wiederfindet, ist eine graue, mit Autowracks gesäumte Wüstenlandschaft, in der Selbstmörder eine trostlose Existenz irgendwo zwischen Verzweiflung und Resignation fristen und kein Mensch jemals lächelt. Hätte er nicht die Befürchtung, er könne in einer noch beschisseneren Realität landen, er würde sich glatt ein zweites Mal das Leben nehmen… (more…)

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