Archive for August, 2011

31st August
2011
written by DedalusRoot

Wenn Berlin am 18.08. wählt, wird ein Großteil der Wahlberechtigten das Sterni dem Wahlrecht vorziehen, den Sonntag gemütlich auf der Couch verbringen und am folgenden Montag über das Wahlergebnis meckern. Währenddessen sitze ich hier, in dieser Stadt, die ich liebe und deren Geschicke ich gerne mitbestimmen würde, und darf nicht wählen. Weil ich keinen deutschen Pass habe, obwohl ich in diesem Land geboren bin. Obwohl ich seid mehr als 30 Jahren hier lebe, Steuern zahle und mein Schicksal vertrauensvoll in die Hände der deutschen Politik gelegt habe. “Selbst Schuld!” könnt Ihr sagen und wahrscheinlich habt Ihr Recht… aber sollte man in diesem Fall nicht gerade mir als ausländischem Staatsbürger die Tatsache, dass ich hier bin und mir dieses Land zum Leben ausgesucht habe, nicht hoch anrechnen? Na ja, immerhin darf ich meine Stimme symbolisch abgeben:

http://jedestimme2011.de

Ihr hingegen dürft wählen. An Eurer Stelle würde ich von diesem Recht Gebrauch machen…

 

23rd August
2011
written by DedalusRoot

Süddeutsche Krawalltouristen in Neukölln (Szene nachgestellt)

Die Sache mit den Kindern in Deutschland ist ziemlich eindeutig: Allzu viele davon haben wir nicht, und es werden von Tag zu Tag weniger. Diejenigen, die sich Kindern leisten und ihnen eine Zukunft bieten könnten, beschränken sich lieber darauf ihre Karriere voranzutreiben, sich selbst zu verwirklichen oder schlichtweg dreimal im Jahr Urlaub zu machen. Das halbe Dutzend Kinder, dass in Deutschland jährlich geboren wird, wächst daher in prekären Verhältnissen irgendwo zwischen Armutsgrenze und vorprogrammiertem Hartz IV auf.
Deshalb, und das leuchtet inzwischen jedem ein, gilt es diese Handvoll Heranwachsender, die in 20-30 Jahren unsere Renten (just kidding!) zahlen müssen, zu schützen.
Und es gibt vieles wovor unsere Kinder geschützt werden müssen: Auf den Schulhöfen lauern Drogen, Gewalt und Mobbing. Im Internet lauern Päderasten, Pornographen und Perverse (Diese Alliteration kann man kaufen, liebe BILD!). Und als wäre all das nicht Gefahr genug, lauert in der politischen Szene  noch der Linksextremismus… (more…)

9th August
2011
written by DedalusRoot

 

Und zwar ganz dringend. Seit Monaten geht die Schlagzahl der Blogeinträge stetig zurück, die Qualität dessen, was ich on- wie offline auf Papier bringe, ist unterirdisch und irgendwie fühle ich mich ein wenig wie der alte Herr Beutlin: irgendwie dünn und langgezogen; wie Butter, die über zuviel Brot gestrichen wurde. Was ich brauche ist Urlaub. Da ich den auf absehbare Zeit aber nicht bekomme, werde ich mich einfach mal ein wenig runter- bzw. umtakten. Was anderes tun, als dieses ständige “Internet”. Vielleicht lese ich mal wieder ein Buch oder entstaube endlich die Klampfe, von der ich seit Monaten das Gefühl habe, dass sie mich vorwurfsvoll anstarrt. Vielleicht probier’ ich mal was Neues und schreibe eine Zeit lang nur von Hand oder mit eigenen Körperflüssigkeiten auf den Häuten selbstgeschlachteter Schweine. Wer weiß… eventuell ich zocke auch einfach nur ein ganzes Wochenende ohne Unterlass Online-Rollenspiele, bis die Augen tränen und das Handgelenk schmerzt. Vielleicht unternehme ich auch eine Wanderung entlang der Spree und berge verloren geglaubte Schätze (aka Pfandflaschen und Kippenstummel), oder ich klettere auf fremde Dächer, trinke warmes Bier aus Dosen und lasse den Blick über die Stadt schweifen.
Ihr seht: Die Möglichkeiten sind mannigfaltig und Abwechslung ist dringend notwendig.
In diesem Sinne: Auszeit! Wahrscheinlich ist mir all das Neue in spätestens zwei Wochen schon wieder so zuwider, dass ich hier lande… dann wäre die Auszeit ein Erfolg gewesen.

 

1st August
2011
written by DedalusRoot

 

“Hangin’ around, nothing to do but frown,
Rainy days and Mondays always get me down”
– The Carpenters

 

Das obige Foto ist leider nicht von mir, sondern von Danny Santos II, der seit drei Jahren regelmäßig und extrem erfolgreich fremde Menschen in den Straßen von Singapur fotografiert. Seine Faszination für Streetfotografie begründet er mit der Herausforderung unter widrigen Bedingungen bei ständiger Improvisation den perfekten Moment zu finden und zu bannen:

“Out here, nothing is prepared. Nothing cooperates with you.. not the weather, not the subjects, not the situation. You have to make do with what’s available. That’s a very big challenge. But on few occasions when all the elements just come together, and you’re at the right place at the right time, the feeling of ‘getting that perfect shot’ just doesn’t compare to anything else.”

Etwas ähnliches hatte ich mir vor einiger Zeit auch vorgenommen, war aber an der unzureichenden Kameraausstattung, und dem schlechten Gewissen, dass mich beim unbeobachteten Ablichten fremder Menschen ereilte, gescheitert.

Danny St.’s Aussage hinsichtlich der Fotografie hat mir deswegen so gut gefallen, weil sie allgemeingültig ist und auf alle Bereiche des Lebens angewandt werden kann. Leichte Siege und geschenkte Erfolge sind meist hohl und wertlos, während jene Momente in denen wir unter schwierigen Voraussetzungen unsere Ziele erreichen umso gewichtiger und größer wirken.
Lessons to be learned…

 


Danny Santos II im Internet:

 

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