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23rd August
2011
written by DedalusRoot

Süddeutsche Krawalltouristen in Neukölln (Szene nachgestellt)

Die Sache mit den Kindern in Deutschland ist ziemlich eindeutig: Allzu viele davon haben wir nicht, und es werden von Tag zu Tag weniger. Diejenigen, die sich Kindern leisten und ihnen eine Zukunft bieten könnten, beschränken sich lieber darauf ihre Karriere voranzutreiben, sich selbst zu verwirklichen oder schlichtweg dreimal im Jahr Urlaub zu machen. Das halbe Dutzend Kinder, dass in Deutschland jährlich geboren wird, wächst daher in prekären Verhältnissen irgendwo zwischen Armutsgrenze und vorprogrammiertem Hartz IV auf.
Deshalb, und das leuchtet inzwischen jedem ein, gilt es diese Handvoll Heranwachsender, die in 20-30 Jahren unsere Renten (just kidding!) zahlen müssen, zu schützen.
Und es gibt vieles wovor unsere Kinder geschützt werden müssen: Auf den Schulhöfen lauern Drogen, Gewalt und Mobbing. Im Internet lauern Päderasten, Pornographen und Perverse (Diese Alliteration kann man kaufen, liebe BILD!). Und als wäre all das nicht Gefahr genug, lauert in der politischen Szene  noch der Linksextremismus…

Der Freistaat Bayern, sozusagen das Zehlendorf unter den Bundesländern, wo die Renten sicher, die Almen saftig und die Welt noch in Ordnung ist, hat sich entschieden unter Bayern gegen Linksextremismus alle, “die sich pädagogisch, politisch und persönlich mit Linksextremismus auseinandersetzen” zu informieren und richtet sich dabei allem Anschein nach vor allem an besorgte Eltern und CSU-Wähler, deren Kinder plötzlich schwarze Kapuzenpullis tragen und “Hasta la victoria siempre” skandieren, kurz: an alle Eltern von Teenagern im Alter von 14 bis 17 Jahren, deren Nachwuchs einen gesunden Sinn für Rebellion gegen das Elternhaus und die Obrigkeit hat (sh. auch “Die Leiden des jungen Dedalus Root”).
Besonders hübsch und gelungen ist hierbei der Bereich Symbole und Zeichen, in dem das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz mit Hilfe eines hübsch anschaulichen pdf-Dokuments über die in der linksextremen Szene üblichen Symbole informiert.

Dort findet sich an oberster Stelle in der Rubrik ”Organisierter Linksextremismus” das Parteilogo der linksextremen und verfassungsfeindlichen Partei DIE LINKE, die in moralisch verkommenen und demokratiefeindlichen Bundesländern inzwischen sogar Regierungspartei ist, gefolgt vom Jugendverband ebenjener LINKEN sowie dem dazugehörigen Studierendenverband. Es folgen die üblichen verdächtigen DKP, SDAJ und MLDP und eine Handvoll anderer Splittergruppen, die vom Verfassungschutz tatsächlich als linksextremistisch eingestuft werden, bis schlußendlich auch tatsächlich mal linksextremistische Symbole wie  Anarchiezeichen, der anarcho-syndikalistische Stern und das Antifa-Logo präsentiert werden. Ebenfalls aufgeführt wird das an jeder Berliner Häuserwand stehende “A.C.A.B.” (“Acht Cola Acht Bier”), dass wohl irgendein Bayernfan beim letzten Auswärtsspiel auf St. Pauli entdeckt hat…

Was also tun, fragt sich der besorgte Elternteil, wenn das Kind sich mit derlei Symbolen schmückt, unseren Rechtsstaat pauschal als „kapitalistisches Fascho- und Bullensystem“ diffamiert und eine Beseitigung der freiheitlich demokratischen Grundordnung (sh. auch Parteiprogramm DIE LINKE) fordert?

 

  • Ruhe bewahren: “Wer nie links war, war nie jung.” Wenn selbst gewaltbereite APO-Mitglieder Außenminister werden können, während promovierter, fränkischer Landadel ins amerikanische Exil fliehen muss, können die Karrierechancen für Linksextreme nicht allzu schlecht sein. Im schlimmsten Fall wird Ihr Sproß Berater bei Gazprom…

 

  • Ruhe bewahren: “Links ist schick.” Nicht ohne Grund kleiden junge Mütter im Prenzlauer Berg ihre Neugeborenen in St. Pauli-Strampler, und die haben sicherlich nicht die Absicht, die freiheitlich demokratischen Grundordnung zu beseitigen. Zumindest nicht, solange es am Kollwitzmarkt noch Prosecco zur Currywurst gibt…

 

  • Ruhe bewahren! Erklären Sie ihrem Zögling, dass sich der Markt trotz aller Krisen selbst reguliert. Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch Ihre Anlagen bei der Hypovereinsbank.

 

  • Machen Sie Ihre Hausaufgaben! Lesen Sie, was der Feind propagiert. Wenn Ihr Nachwuchs Ihnen mit libertären Träumereien von Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit kommt, sollten Sie diesen Unfug entkräften können.  Keine Sorge: Schlimmer als das Geschmarre von Franz-Josef Strauß wird es nicht kommen…

 

  • Falls alle Stricke reißen: Enterben sie das Balg! Wenn der Rotzbengel seinen Unterhalt selbst finanzieren muss, wird er bei den aktuellen Kreuzberger Mieten schneller wieder am Starnberger See sein, als Sie  die Bayernhymne singen können.

 

Sollten all diese Maßnahmen wider Erwarten nicht fruchten, ist es an der Zeit der bitteren Wahrheit ins Auge zu sehen: Das Kind ist nicht von Ihnen. Wahrscheinlich ist ihre Frau während der gemeinsamen Studienzeit der Versuchung erlegen und auf der Suche nach etwas Aufregung und Spannung mit dem wilden Revoluzzer in die Kiste gesprungen, während Sie in mühevollster Kleinarbeit an Ihrer Promotion geschraubt haben. Denn anders lässt sich das aus der Art geschlagene Balg nun wirklich nicht erklären…


Nachtrag: Dieser Beitrag ist Satire und sollte als solcher aufgefasst werden. Wem das nicht möglich ist, der findet am Ende der Seite den “Notausgang”.
Der Autor dieser Zeilen findet es im Übrigen außerordentlich löblich, dass der Freistaat Bayern sich bemüht über die Gefahren des politisch motivierten Extremismus zu informieren. Auch möchte der Autor nicht unerwähnt lassen, dass das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus selbstverständlich auch die Seite Bayern gegen Rechtsextremismus unterhält. Außerdem mag der Autor Katzenbabys, ist bekennender Pazifist und kaum in der Lage ein Kaminfeuer, geschweige denn ein Auto anzuzünden.

 

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