Archive for October, 2011

24th October
2011
written by DedalusRoot

 

Die altehrwürdige Tradition des All Hallow’s Read, derzufolge sich Menschen am Vorabend von Allerheiligen gruselige Bücher schenken, findet Ihren Ursprung im keltischen Feiertag Samhain. Dieser Tag markierte das Ende des Sommers sowie das Neujahrfest des keltischen Kalenders und wurde in jenen Zeiten mit rauschenden Festen und Funkenfeuern begangen. Nach keltischem Glauben stand über die Dauer des Festes die Tür zur „Anderswelt”, der Welt der vorübergehend abgeschiedenen Toten, offen, so dass die Ahnen ihren lebenden Verwandten nächtliche Besuche abstatten und ihnen damit Glück bringen konnten. (more…)

20th October
2011
written by DedalusRoot

“Three Rings for the Asian-kings under the sky,
Seven for the Euro-lords in their halls of stone,
Nine for Americans doomed to die,
One Percent: the Dark Lords on their dark thrones
In the Land of Wall Street where the Shadows lie.
One Economy to rule them all, One Dow to find them,
One FED to bring them all and in their Poverty bind them;
In the Land of Wall Street where the Shadows lie.”

[via reddit.com]

12th October
2011
written by DedalusRoot

„Nur sein Auge sah alle die tausend Qualen der Menschen bei ihren Untergängen. Diesen Weltschmerz kann er, so zu sagen, nur aushalten durch den Anblick der Seligkeit, die nachher vergütet.“
– Jean Paul (Selina oder über die Unsterblichkeit)

Vor kurzem war ich auf einer dieser Veranstaltungen, auf denen man aus unerfindlichen Gründen ein stets gefülltes Glas in Händen hält und Konversation in Form von aneinander gereihten Belanglosigkeiten und Wikipedia-Versatzstücken betreibt, um die Zeit zu überbrücken, die unsichtbare Kobolde benötigen, um unbemerkt die Gläser aufzufüllen.

Im Rahmen einer solchen Konversation stellten wir fest, dass der Begriff “Weltschmerz” zur Gruppe jener linguistischen Exportschlager gehört, für die es in anderen Ländern keine richtige Entsprechung gibt, und welche aus dem deutschen Sprachraum ihren Weg in die große weite Welt gefunden haben. Weltschmerz steht damit auf einer Stufe mit anderen sprachlichen Errungenschaften wie Zeitgeist, Blitzkrieg und der alles bestimmenden urdeutschen Angst.

Von Jean Paul im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts erstmals erwähnt, beschreibt Weltschmerz ein Gefühl der Trauer und Melancholie, das einen angesichts der allgegenwärtigen Qualen der Menschheit und der Unzulänglichkeit der Welt überkommt und in anderen Sprachen meist ungenügend mit “Depression” oder “Melancholie” übersetzt wird. Weltschmerz ist jedoch deutlich allumfassender und ähnelt eher einer Weltanschauung als einer flüchtigen Gemütslaune.

Bei näherer Betrachtung zeichnet sich diese Plage der zweifelnden Jugend und Geißel der Dichter und Denker alleinverantwortlich für beinahe 90% aller schlechten Lyrik, die Entstehung depressiv-melancholischer Jugendbewegungen sowie die Leiden des jungen Werther. Wichtiger Bestandteil ist dabei stumpfes Grübeln sowie die tiefe Gewissheit in der breiten Masse der Bevölkerung auf Unverständnis zu stoßen.

Interessanterweise wird Weltschmerz im Russischen schlicht und einfach mit “Durst” übersetzt, was der Lösung des Problems ziemlich nahe kommt. Der Autor dieser Zeilen empfiehlt zur übrigens einen Bouvet-Ladubay Tresor Rosé Brut.

 

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