Archive for December, 2012

31st December
2012
written by DedalusRoot

“And what costume shall the poor girl wear, to all tomorrow’s parties?
A hand-me-down dress from who knows where, to all tomorrow’s parties.

And where will she go and what shall she do, when midnight comes around?
She’ll turn once more to Sunday’s clown and cry behind the door.”

The Velvet Underground – All Tomorrow’s Parties

    Jahreswechsel, der: Willkürlich gewählter Zeitpunkt ab dem alles völlig anders wird, als im Jahr zuvor, und sich wie von Zauberhand Reichtum, Gesundheit und Produktivität einstellen. Traditionell wird der Jahreswechsel gewählt, um Vorsätze zu fassen, die im Verlauf der letzten 365 Tage vernachlässigt wurden. Ähnlich dem Märchen vom Aschenbrödel verwandeln sich diese Vorsätze Schlag Mitternacht (spätestens jedoch einige Tage später) in schale Versprechen, die bis nach dem nächsten Bier oder der nächsten Zigarette warten können, während man Veränderungen zelebriert, die jedes Jahr die Gleichen bleiben.
Der Jahreswechsel ist darüber hinaus ein gern gewählter Zeitpunkt für Trunkenheit, Drama und durch Trunkenheit induziertes Drama. Aus diesem Grund eignet sich die Nacht vor dem Anbruch des neuen Jahres ganz hervorragend für Trennungen, Schlägereien und spontan heitere Besuche in der nächstgelegenen Notaufnahme. Es scheint beinahe als böte sich eine letzte Gelegenheit sich noch in diesem Jahr von allen Lasten zu befreien, um das neue, verheißungsvolle Jahr ohne Tränen, offene Brüche und Lebensgefährten begehen zu können.

Auch wenn es als gebürtiger Pessimist und angelernter Spötter meine Aufgabe ist das Schlimmste zu erwarten und es in den dunkelbuntesten Farben auszumalen, wünsche ich Euch einen wundervoll harmonischen, volltrunkenen und nicht im geringsten dramatischen Jahreswechsel. Mögt von all den möglichen Katastrophen verschont bleiben und mir auch im neuen Jahr weiterhin Gesellschaft leisten. Allein schon, weil ich sonst nichts zu spotten hätte.

Man sieht sich im neuen Jahr!

29th December
2012
written by DedalusRoot

Barbwire

 

Drüben bei Spreeblick hat Johnny Haeusler gestern dazu aufgerufen im neuen Jahr das Web zurückzuerobern. Der alte Mann, der das Kraftfuttermischwerk betreibt, hat sich ihm angeschlossen. Das gleiche gilt für Matthias Richel. Und  Lobo, der alte Vorreiter, hatte schon 2012 zum Jahr des Blogs ausgerufen.

Und verdammt, allesamt haben sie recht. Alle naselang blasen wir unseren Content in’s Netz. Bilder von unansehnlich glibbrigen Spiegeleiern und und kitschigen Sonnenuntergängen landen auf Instagram. Die letzte Statusmeldung zum erfolgreich absolvierten Stuhlgang bekommt auf Facebook 23 Likes, und Gedanken, die bei etwas mehr Zeit und Reflektion einen Blogeintrag ergeben hätten, landen in Form von 140 Zeichen auf Twitter. Weil es geht und einfach ist. Weil die “walled-garden communites” des Internets darauf ausgelegt sind das Teilen von Inhalten so schnell und bequem wie möglich zu gestalten. Das ist ihr Sinn und Zweck und ihre einzige Daseinsberechtigung für uns als User. Das Tückische daran ist die damit verbundene, vorprogrammierte Flüchtigkeit dieses Contents. Tweets, die in den ersten 12,46 Minuten (empirische Schätzung) nicht mindestens vier Mal retweetet oder gefavt wurden, verschwinden im Daten-Nirvana. Den Algorithmus zur Anzeige von Meldungen in der Facebook-Timeline ist ungefähr so nachvollziehbar und transparent wie die Rechenschaftsberichte von Silvio Berlusconi und über die Privatsphäreeinstellungen dieser Plattform sollte man am besten Stillschweigen bewahren. Diskussion oder Debatten im Netz zerfasern, weil sie plattformübergreifend auf verschiedenen Plattformen geführt werden und es kaum Möglichkeiten gibt diese zu bündeln.  Auch ich habe mir zur diesen Problemen schon diverse Gedanken gemacht, auch wenn ich, wie viele andere auch, nicht immer die Konsequenz hatte diese auch umzusetzen. Aber unterm Strich hat Johnny schlichtweg Recht: Holt Euren Content nach Hause. Publiziert dort, wo die Inhalte Euch gehören. Nutzt die “walled-garden communities” als Distributionskanäle für Eure Inhalte und nicht, um dort Inhalte zu publizieren, die sich Eurer Kontrolle entziehen. Bloggt mehr (der Aufruf geht vor allem an mich)! Kommentiert die Blogposts, die Ihr lest, denn jedes kleine Blog lebt von Feedback, Lob und Kritik. Dann, aber auch erst dann, dürft Ihr den Scheiß auch auf Facebook, Twitter und dem schwarzen Brett Eurer WG teilen oder Eurer Mutter als lustige Powerpoint-Präsentation schicken. Alles klar?

Nachtrag: Natürlich hätte aus diesem Blogpost ein Tweet werden können, vielleicht auch ein einfaches “Lesebefehl”-Statusupdate bei Facebook. Ich habe mich trotz der Tatsache, dass ich beinahe nur das wiederhole, was Johnny und die anderen schon so treffend formuliert haben, dagegen entschieden. Weil nur so Content entsteht, der bleibt. Und weil ich mich dadurch in ein paar Wochen immer noch an meine guten Vorsätze für 2013 erinnern kann und ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich sie vernachlässige.

[photo via The Untrained Eye]
28th December
2012
written by DedalusRoot

Was in Denton, Texas  passiert ist eigentlich eine ziemlich simple Geschichte:

Die Jungs von Violitionist laden Bands aus Denton (oder solche,  die auf der Durchreise sind) zu einer Session in ihrem Wohnzimmer ein. Das Prinzip ist dabei jedes Mal dasselbe: 3 Fragen an die Künstler, 3 Songs für’s Publikum, kein Schnickschnack, keine Overdubs. Auf diese Weise haben die Violitionist Sessions ein paar wirklich hübsche musikalische Kleinode und Momentaufnahmen gehortet.

Wie in diesem Fall Amanda Palmer und Neil Gaiman, die nicht nur Lana Del Reys “Video Games”, Amanda Palmers “In My Mind”, sondern auch “Psycho” der blinden Country-Legende Leon Payne zum Besten geben. Und allein schon Gaiman mit seinem englischen Zungenschlag singen zu hören, lässt das kleine Nerd-Herz ein wenig höher schlagen.

Die Songs gibt’s hier, das Interview und den kostenlosen Download nach dem Klick.

 

 

 

27th December
2012
written by DedalusRoot

“Constant grinding can turn an iron rod into a needle.”

Remember, kids:  This is not a competition!

[via Nerdist]
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    Widerstand

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