Archive for January, 2013

20th January
2013
written by DedalusRoot

TK_Schnitzel

Bei einer einer meiner letzten Wanderungen durch die Niederungen des örtlichen Supermarkts (dem schillernden und pittoresken Kaiser’s am Kotti; nur echt mit Deppenapostroph) fiel mein Blick auf oben ausgestelltes Exponat der Fleischmonstrosität: Ein schockgefrostetes Kalbsschnitzel nach Wiener Art, knusprig umhüllt von 25% österreichischer Semmelbröselpanade (mit Vollei, versteht sich!).

Allein an diesem Punkt stellen sich dem mündigen Konsumenten die ersten Fragen…
Eine meiner ersten wäre beispielsweise: Welcher Teufel der Lebensmittelindustrie hat Euch geritten ein zartes, mageres Kalbsschnitzelchen zu nehmen um es dann bei -18°C schockzufrosten? War das industrielle Schlachten des Tieres nicht schon Erniedrigung genug? Oder handelt es sich hierbei um die Strafe für Kälber, die zu Lebzeiten (viel Zeit hatten sie ja nicht) nicht brav waren? Ich stelle mir vor, wie Mutterkühe ihren Kälbern Gruselgeschichten erzählen: “Wenn Du Dein mit Antibiotika angereichertes Ergänzungsfuttermittel nicht aufisst, kommst Du in den Schockfroster und wirst Prekariatspöbel, der zu dumm zum Panieren ist, zum Fraß vorgeworfen!” Traurigerweise beschreibt diese Schilderung die reale Situation wahrscheinlich besser, als jedem mündigen Konsumenten lieb ist…

Und was genau ist österreichische Panade und worin unterscheidet sie sich zu deutscher? Ist es das original österreichische Vollei? Ein Blick auf die Packungsrückseite enthüllt zwar nicht die Herkunft der Semmelbrösel, dafür aber ein anderes Mysterium der Lebensmittelindustrie, denn sie schickt sich an in Sachen wundersamer Vermehrung mit Jesus gleichzuziehen:

TK_Schnitzel_Rückseite

Das bedauernswerte Schnitzel, dass zu 75% aus Kalbsoberschale und zu 25% aus Panade besteht, enthält besorgniserregenderweise nur 94% Kalbfleisch. Dies bezieht sich nicht etwa auf das gesamte Schnitzel, sondern nur auf die oben genannten 75% Kalbsoberschale. Da ich als preisbewusster Karnivore 100% Schnitzel bezahlt habe, interessiert es mich doch, wo die fehlenden, wenn auch bezahlten, 6% verblieben sind. Nun könnte es sich bei besagtem Kalb natürlich um ein hybrides Fabelwesen, ähnlich einem Mantikor oder Greifen handeln, und die restlichen 6% meines Schnitzels finden sich dort in Form von Geflügel oder, Gott behüte, Schwein wieder, oder aber die wundersame Vermehrung der Kalbsoberschale erfolgte ganz schnöde mit Hilfe von Trinkwasser, Speisewürze, jodiertem Speisesalz und Maltodextrin.
Soll heißen: Wer zu doof oder faul ist, sich sein Schnitzel beim Metzger seiner Wahl zu kaufen und selbst zu panieren, muss auch damit rechnen, dass das eigentliche Fleisch mit Wasser gestreckt und mit Geschmacksverstärkern Speisewürze genießbar gemacht wird. Eine absolut gerechte Strafe für Menschen, die der Meinung sind, dass Fleisch in Massen verfügbar und erschwinglich sein müsse.

Ein kleiner Hinweis sei an dieser Stelle noch zum goldenen Gütesiegel “jährlich DLG-prämiert” gestattet: Die DLG ist “eine der vier Spitzenorganisationen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft” und testet die zu prämierenden Lebensmittel auf ihre “sensorische Qualität”, also Farbe, Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack. Über die tatsächlich Qualität der Lebensmittel sagt dies so gut wie nichts aus, solange das fertige Produkt schmeckt und aussieht wie ein Schnitzel. Und das gilt mit den richtigen Zutaten sicher auch für Soylent Green!

Ich für meinen Teil werde mich dieses Jahr endlich dazu durchringen, eine Biokiste zu bestellen, weiterhin versuchen nur Fisch von nachhaltig wirtschaftenden Fischern und Bio-Fischzüchtern zu kaufen und von mit Antibiotika vollgepumptem und mit Wasser gestrecktem Industriefleisch Abstand zu halten wo immer es geht. Weil ich für alles andere einfach zu gerne esse.

Erinnert mich daran, wenn ich das nächste Mal vorm Tiefkühlregal stehe…

11th January
2013
written by DedalusRoot

Parade

Wer Juan Santapaus the secret knots nicht kennt, verpasst ein paar der besten und klügsten Comics, die dieses Netz zu bieten hat. Die Welt, von der Santapaus Geschichten erzählen, scheint unsere zu sein und unterscheidet sich doch in winzigen Nuancen von jener Realität, die wir kennen. Das Surreale starrt dem Leser nicht plump ins Gesicht, sondern streift kaum wahrnehmbar an den ausgefransten Grenzen des Gesichtsfelds umher und tritt meist erst auf den zweiten Blick zu Tage. Während andere Webcomics auf den schnellen Lacher abzielen, legt es the secret knots darauf an Stirnrunzeln und das ein oder andere stille, tiefgründige Lächeln zu beschwören.

Leider ist der Output des Künstlers, wenn auch beständig, doch eher spärlich und unregelmäßig, also am Besten gleich in den Feedreader packen, um trotzdem nichts zu verpassen.

[via Juan Santapau]
8th January
2013
written by DedalusRoot

So viele Menschen, die heute Geburtstag haben: Ziggy Stardust, der Thin White Duke und zu guter Letzt der inzwischen 66jährige David Bowie, der den Tag als er vom Himmel fiel zum Anlass nimmt das erste Album in 10 Jahren anzukündigen.

Zum Album gibt es auch prompt die erste Singleauskopplung samt Video, dass musikalisch und optisch eine kleine Hommage an die schönste Stadt der Welt darstellt.

Darüber hinaus verbindet dieses kleine Blog und den etwas größeren Bowie  einer der ersten längeren Texte, den ich im August 2010, quasi im Säuglingsbloggeralter, für Madleners (inzwischen hier) 31 Tage – 31 Platten geschrieben habe.

Eine Platte, die man (angeblich) kennen sollte – die ich aber noch nie gehört habe:

David Bowie – Ziggy Stardust (1972)

Zu den Bekenntnissen eines Musikignoranten geht’s hier entlang

Nachtrag: Die Idee sich regelmäßig mit Meilensteinen der Musikgeschichte auseinander zu setzen, die man nicht kennt oder noch nie gehört hat, ist fast eine eigene Kategorie in der Plattensammlung wert. Die 500 Greatest Albums of All Time des Rolling Stone geben ja noch einiges her und legen ein unwiderlegbares Zeugnis über mein Musikbanausen ab, dass ich im Rahmen dieser Kategorie verbloggen und therapeutisch aufarbeiten könnte…

5th January
2013
written by DedalusRoot

Der gerade mal 16jährige Shinoda hat sich entschieden die Straßen Argentiniens ein bisschen bunter zu gestalten und die kargen Wände seiner Heimatstadt mit Ponies zu verzieren. Normalerweise ist dieses Blog kein Ort für Pony-Content, aber bei Street Art dieser Qualität kann man sicher eine Ausnahme machen. Die komplette Gallerie gibt’s nach dem Klick.

 

[via The Mary Sue]
2nd January
2013
written by DedalusRoot

 Wir arbeiten weiterhin dran. Auch in diesem Jahr.

[via The Curious Brain]
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    Widerstand

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