Archive for February, 2013

25th February
2013
written by DedalusRoot

So sehr ich schöne Bilder mag und ab und an sogar selbst versuche welche zu schießen, so selten will es mir gelingen mein Gesicht so vor eine Linse zu halten, dass das Resultat nicht debil, dilettantisch oder schlimmer noch, gestellt wirkt. Es gibt Menschen, denen die Eigenschaft inne wohnt jederzeit und auf jeden Foto authentisch, cool und lässig rüber zu kommen. Ich gehöre nicht dazu. Wann immer auf einer Party diese Type, deren Aufgabe nur darin zu bestehen scheint die Party und den fortschreitenden Verfall ihrer Teilnehmer zu dokumentieren, Schnappschüsse macht, kann man sicher sein, dass ich die Augen geschlossen, den Mund geöffnet und die Körperhaltung eines Fragezeichens habe.

Vor ein paar Wochen schließlich hat sich die bezaubernde und mehr als talentierte Annett Glöckner, der ich bisher nur unfreiwillig vor’s Objektiv gelaufen bin, meiner erbarmt und sich an meiner Charakternase und meiner Unfähigkeit zu Lächeln versucht. Es war schweinekalt, was mein Auftauen nicht sonderlich erleichtert hat, aber dank Annetts Geduld kamen im Verlauf von zwei Stunden doch ein paar mehr als taugliche Bilder raus. Chapeau!

 

[Photos by Annett Glöckner: Website / Facebook]

 

22nd February
2013
written by DedalusRoot

Eigentlich bin ich kein allzu großer Fan von Cosplay. Das liegt wahrscheinlich daran, dass mir der Bezug zu der zugrundeliegenden Subkulturen fehlt, obwohl ich ein großer Fan von Animes, Mangas und vor allem japanischer Videospiele bin. Aber diese feminine Interpretation von Kon-El (aka Superboy aus DC’s Young Justice Comics) gefällt selbst mir als Banausen verdammt gut. Wahrscheinlich weil die für mich Cosplay-typischen Farben Pink und Türkis nonexistenz sind und die Geschmacksrichtung dieses Cosplay deutlich eher in Richtung herb statt überzuckert geht. Die junge Dame erweckt den Eindruck, als würde sie meinen Arsch bis nach Krypton und zurück treten, wenn ich ihr dumm komme.

Erschaffen wurde Kon-Elle von Glasmond, die sich für Design und Biografie der Figur verantwortlich zeichnet. Verkörpert wird Kon-Elle von ihrer Freundin Schpog.


Nachtrag: Wer auf Cosplay in allen Farben des Regenbogens steht, sollte sich auf jeden Fall auch die Bilder des “My Little Pony”-Cosplay (zu finden auf Glasmonds Tumblr) anschauen, dass die beiden mit MissCherry beim Brony Meetup in München in Szene gesetzt haben. So wenig Pony-Content auch mein Fall ist, die Umsetzung ist wirklich schnieke.

[Photos: Glasmond ; Modell: Schpog ]
21st February
2013
written by DedalusRoot

Django Unchained

 

Dieses Wochenende werde ich mir nun endlich Tarantinos im Vorfeld mehr als hoch gelobten Django Unchained ansehen. Bisher hat mich sowohl der Hype (in meinem Umfeld konnte man beinahe von Hysterie sprechen), als auch die Angst, der Film könnte enttäuschen, davon abgehalten… denn die Vorschusslorbeeren waren wirklich mehr als üppig ausgefallen: “Ein Meisterwerk! Eine Hommage an jeden jemals gedrehten Italo-Western und eine Verneigung vor den Blaxploitation-Filmen der 70er! Gespickt mit Zitaten und cineastischen Querverweisen!” Je euphorischer das Lob in den Feuilletons ausfiel, umso größer wurden meine Hemmungen. War das noch Punkrock? Wollte ich mich als cinephiler Ersatzhipster wirklich in die Untiefen des Mainstreamkinos begeben in denen Tarantino allem Anschein nach angekommen war? Oder nicht doch lieber ein schönes finnisches Filmchen (im Original mit schwedischen Untertiteln, versteht sich!) in einem Programmkino meiner Wahl? Andererseits: Wie sehr kann ein Film, der mit Johnny Cashs (post mortem!) grandios kettenrasselndem „Ain’t no grave“ einsteigt, noch enttäuschen?

Ein guter Freund, dessen cineastischem Urteil ich blind vertraue, hatte den Streifen bereits zum Filmstart gesehen und dem Film einen weiteren Superlativ hinzugefügt: “Riesending!” waren seine Worte. Gemeint war, wie ich im Verlauf der Unterhaltung merkte, allerdings nicht der Film, sondern vielmehr die Unterkörperbestückung des Protagonisten, der “den so ziemlich größten und beeindruckendsten Penis hat, den ich jemals gesehen habe.” Nun ist ein gut gebautes bis opulentes Gemächt für mich kein zwingend ausschlaggebendes Argument für cineastische Güte eines Films, ein tatsächlicher Hinderungsgrund ist es sicherlich nicht, rückt es doch den Film gleich in ein anderes Licht.

Denn so sehr die Erwähnung eines solchen Details den Laien auf den ersten Blick verwundern mag… der geneigte Kenner der Materie (und jeder, der in der Lage ist Google zu bedienen) weiß selbstverständlich, dass Tarantino bereits in “Death Proof” die Geschichte des extrem gut bestückten ehemaligen Sklaven Jody the Grinder erzählen wollte, schlussendlich aber keinen Platz dafür fand, und so ergibt die prominent inszenierte Platzierung eines großen schwarzen Schlongs in seinem neuesten Werk durchaus Sinn. Erinnert man sich an Tarantinos Ausführungen zu “Like A Virgin” in Reservoir Dogs, ist ein gewisser Hang zur Thematik dann beinahe nicht mehr von der Hand zu weisen, auch wenn sie lange nicht so ausgeprägt sein mag, wie sein Fußfetisch. Und letztlich ist Djangos “Shaft” sicher auch als Verneigung vor dem Blaxploitation-Kino der 70er Jahre und als augenzwinkernde Referenz auf die stereotype Virilität des schwarzen Mannes zu verstehen.

Einzig ein Gedanke beunruhigt mich: Was mache ich gesetzt den Fall, dass Jamie Foxx’s Bestückung deutlich weniger beeindruckend ausfällt? Sag’ ich’s meinem Kumpel? 
Allein aus diesem Grund hoffe ich, dass dieser Film wirklich alle Erwartungen erfüllt…

 


Nachtrag: Dieser Text tritt den Beweis an, wie man aus jedem noch so kleinen Detail eines Films mit ein bisschen Phantasie (und der Suchmaschine seiner Wahl) das letzte Quentchen Subtext quetschen kann. Just watch the fucking movie, people!
Und jetzt genug der Schwafelei:

I wanna see a nigger on a horse!

[picture via ~harijz]
7th February
2013
written by DedalusRoot

Cannelloni

Awesome spinach and ricotta cannelloni

Im Fernsehen gibt es ja bekanntlich nichts, was nicht gibt. Ekel erregendes, Fremdscham bereitendes und jede Menge Seichtes. Diesem Gesetz das Unmögliche möglich zu machen folgend, gibt es im Fernsehen auch diesen Engländer, der kocht. Er tut das erstaunlich gut und vor allem mit einer Leidenschaft und in einer Art, wie junge, coole Menschen sich junges, cooles Kochen vorstellen. Wenn der Engländer kocht, dann stieben die Erikative nur so durch seine durchdesignte Showküche, dass es eine wahre Freude ist. Jeder Handgriff wirkt irgendwie lässig und improvisiert; eine Coolness, die man sich nur leisten kann, wenn man ein Handwerk wirklich beherrscht.

Auch ich mag den Engländer aus eben diesen Gründen und habe mir das ein oder andere Rezept bei ihm abgeschaut. Das an dieser Stelle abzutippen wäre allerdings mehr als albern, denn schließlich steht schon alles im Internet, so auch das Rezept für die “awesome spinach and ricotta cannelloni”, die sich übrigens ganz hervorragend in eine Lasagne transformieren lassen. Der Vorteil: Kein lästiges Hantieren mit dem Spritzbeutel. Der Nachteil: Der Spaßfaktor beim Hantieren mit dem Spritzbeutel entfällt. Ich für meinen Teil ersetze einen Teil Ricotta durch Ziegenfrischkäse, weil ich Ricotta allein ein bisschen dröge finde. Der Engländer macht übrigens keine Béchamel, sondern verdünnt ganz lässig Crème fraîche mit etwas Wasser und würzt noch noch etwas aus dem Handgelenk nach. Er darf das, der Engländer.
Wir heute ausnahmsweise auch.

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    Widerstand

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