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2nd August
2013
written by DedalusRoot

Kochlöffel

Es ist bekanntlich einfacher adäquate Partner zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr aufzutreiben, als Menschen zu finden mit denen man kompatibel genug ist, gemeinsam den Kochlöffel zu schwingen. Ein bisschen Ficken können irgendwie alle (zumindest behaupten sie das), die meisten haben es schon einmal praktiziert oder zumindest im Internet gesehen. Was kann da schon schiefgehen? Kochen hingegen will gelernt sein. Es erfordert Erfahrung, Kreativität und Einfühlungsvermögen. Mit einem Ausbeinmesser bewaffneten Menschen den Rücken zuzukehren erfordert darüber hinaus ein unermessliches Maß an Vertrauen, steht hier doch nicht nur die eigene körperliche Unversehrtheit, sondern auch die des zu entbeinenden Rehrückens und somit des ganzen Essens, auf dem Spiel. So kommt es, dass viele, die sich Sex zutrauen, sich (mit Recht!) nicht an die Herausforderung des Kochens heranwagen.
In meinem Fall kommt erschwerend hinzu, dass ich in der Küche um einiges dominanter bin  und weniger Fehler vergebe. Schließlich zählt hier ausschließlich das Ergebnis und die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Teller.

Einer der wenigen Menschen, mit denen ich erwiesenermaßen kochkompatibel bin, ist Antje, ihres Zeichens Mitglied im GecKo Squad und Meisterin des veganen Mett (aka HackePETA). In unserer letzten Session, die leider schon viel zu lange zurückliegt, gab es eine ziemlich famose Quiche mit Birnen, Roquefort und Walnüssen (Rezeptvorschlag). Diesmal sollte es jedoch ein bisschen mehr sein. Mehr Gänge, mehr Gäste, mehr Rotwein! Nachdem sich also interessierte Mitesser gefunden hatten, einigten wir uns aufgrund der aktuell recht mediterranen klimatischen Verhältnisse auf erfrischend Vegetarisches: ein Gazpacho (“Herr Ober! Die Suppe ist kalt!”), eine Panzarella (ein italienischer Brotsalat mit reichlich Tomaten, Artischocken und schwarzen Oliven) sowie im Ofen geschmolzenen Kirschtomaten mit gerupftem Mozarella und selbstgemachtem Pesto. Zum krönenden Abschluss gab es Granita mit Minze und Zitrusfrüchten und vorab natürlich die obligatorischen Martinis. Leider haben die sonst so internetaffinen und Instagram-erprobten Köche im Eifer des Schnippelns, Kostens und obligatorischen Rotwein-Vernichtens völlig vergessen ihre kulinarischen Ergüsse für die Nachwelt festzuhalten. Somit gibt es keine Bilder und folglich bis auf die völlig verwüstete Küche auch keine Beweise für die Großartigkeit unserer Kochkunst. Getreu dem ersten Gesetz der Instagramdynamik: “Pics or it didn’t happen!”.

Wir sind jedoch fest entschlossen, dieses Ereignis zu wiederholen, dieses Mal mit gezückten Kameras, neuen Gästen und NICHT IN MEINER KÜCHE!
Bei entsprechender Resonanz kann ich mir sogar vorstellen, die #GruppenFoodporn Sessions zu einem regelmäßigen Termin zu machen, immer Gesetz den Fall Antje spielt mit, wir finden ausreichend Interessenten und uns gehen die Rezepte nicht aus. Das Ganze wird natürlich auch standesgemäß verbloggt (von mir aus auch verpodcastet oder gestreamt, wenn sich das jemand von Euch zutraut). Die Rezepte für die nächste Session stehen im Kopf schon fest und Kinder, ich kann euch sagen: Das wird ein Riesenspaß!

Potentielle Gäste sollten bei eventuellen Selbsteinladungen jedoch eines nicht außer Acht lassen:

Es wird gegessen was auf den Tisch kommt!

 


Nachtrag: Das nächste Mal stelle ich gerne sicher, dass es zu den verbloggten Köstlichkeiten auch wieder Anleitungen gibt. Versprochen!

 [picture via Hedonistin]

1 Comment

  1. […] gefielen uns unsere bisherigen Kochsessions so gut, dass wir beschlossen haben, ein semi-regelmäßiges Event daraus zu machen. Und damit wir […]

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