Gekritzel

29th April
2013
written by DedalusRoot

Und Tschüss!

 

Modiano Market – Thessaloniki

Während der Sommer sich langsam und auf leisen Sohlen an die Hauptstadt ranpirscht, nähert sich auch wieder die Zeit des Jahres, in der in Berlin das alljährliche Klassentreffen des Internets stattfindet. Und während Ihr Euch noch Gedanken macht, welche Eurer Devices Ihr mit in die Hauptstadt nehmt, und wie viele Ersatzakkus Ihr einpacken solltet, mache ich dieses Jahr mal was ganz anderes:  Ick verpiss mich! Jawohl, ich packe meine Sachen und bin raus! Und zwar nach Griechenland, wo am 05. und 05.06. das diesjährige Osterfest (check your Kirchenkalender!) stattfindet und sich die gesamte Familie im Heimatdorf meiner Großeltern trifft, um zarten Milchlämmern dabei zuzuschauen, wie sie sich über Holzkohle gemächlich um die eigene Achse drehen, Seite an Seite mit einem köstlichen Kokoretsi und sicherlich jeder Menge Wein, Tsipouro und Musik! Und während Ihr so vor Euch hin netzwerkt und Johnny Haeusler beim Ukulele spielen zuschaut, werde ich entschleunigen, runterkommen und am Nullpunkt meine Mitte suchen. Ich werde mit meinen Cousins einen trinken gehen und auf Frau Merkel schimpfen, die uns und ganz Europa in den Ruin treibt. Ich werde den Hühnerstall begutachten, den mein Vater im letzten Jahr gebaut hat und mal testen wie gut eigenen Bioeier wirklich sind. Vielleicht werde ich auch durch Thessaloniki spazieren, und es wird mir ein bisschen das Herz brechen die ganzen verkleisterten Schaufenster mit den “Zu Verkaufen!”-Schildern zu sehen. Vor allem aber werden wir völlig unabhängig von globalen Finanzkrisen und all diesen Dingen, die unsere Existenz bedrohen, Ostern feiern, laut, ausgelassen und ohne einen Gedanken an morgen zu verschenken. Vielleicht werden wir auch ein paar Teller zerschmeißen und um die Scherben tanzen, sowas tun Griechen nämlich wirklich. Und auch wenn ich inzwischen mehr Mitteleuropäer bin, als mir lieb ist, gibt es keinen Ort der Welt an dem ich in den nächsten 10 Tagen lieber wäre.

Ich wünsche Euch viel Spaß auf Eurem Klassentreffen!

25th April
2013
written by DedalusRoot

Heute hat mich zum ersten Mal seit anderthalb Jahren die Sachbearbeiterin meiner Hausbank kontaktiert. Scheinbar grundlos rief sie mich an und flötete ins Telefon, wie lange man sich nicht gesehen hätte, und wie schade das doch sei. Sie habe gesehen, dass mein Gehalt noch nicht auf dem Konto sei und die Deckung derzeit nicht für die Lastschrift meines Stromanbieters ausreiche. Etwas irritiert antwortete ich, dass das schon seit Monaten so sei, ich mich inzwischen aber damit abgefunden hätte, dass mein Stromanbieter zu einen etwas ungünstigen Zeitpunkt zum Ende des Monats abbuchen würde. Das sei auch kein Problem, da dieser knapp eine Woche später erneut abbuchte, und ich die Bearbeitungsgebühr hierfür inzwischen in meinen Fixkosten eingeplant hätte, da es anscheinend unmöglich sei, den Zeitpunkt der Lastschrift anzupassen. Das sei doch absolut nicht nötig, antwortete sie. Die Lastschrift würde sie einfach durchgehen lassen, dass Gehalt komme ja schließlich morgen, und dass wäre nun wirklich kein Problem, und sie hätte mich lediglich angerufen, um ich darüber zu informieren.

An dieser Stelle wurde ich stutzig. Zum einen erfolgte diese Rücklastschrift mit steter Regelmäßigkeit und war inzwischen fester Bestandteil meiner Finanzkalkulationen, zum anderen lag der letzte Kontakt zu meiner Bank inzwischen gut anderthalb Jahre zurück und unser Verhältnis war zu diesem Zeitpunkt alles andere als harmonisch und freundschaftlich gewesen. (more…)

21st February
2013
written by DedalusRoot

Django Unchained

 

Dieses Wochenende werde ich mir nun endlich Tarantinos im Vorfeld mehr als hoch gelobten Django Unchained ansehen. Bisher hat mich sowohl der Hype (in meinem Umfeld konnte man beinahe von Hysterie sprechen), als auch die Angst, der Film könnte enttäuschen, davon abgehalten… denn die Vorschusslorbeeren waren wirklich mehr als üppig ausgefallen: “Ein Meisterwerk! Eine Hommage an jeden jemals gedrehten Italo-Western und eine Verneigung vor den Blaxploitation-Filmen der 70er! Gespickt mit Zitaten und cineastischen Querverweisen!” Je euphorischer das Lob in den Feuilletons ausfiel, umso größer wurden meine Hemmungen. War das noch Punkrock? Wollte ich mich als cinephiler Ersatzhipster wirklich in die Untiefen des Mainstreamkinos begeben in denen Tarantino allem Anschein nach angekommen war? Oder nicht doch lieber ein schönes finnisches Filmchen (im Original mit schwedischen Untertiteln, versteht sich!) in einem Programmkino meiner Wahl? Andererseits: Wie sehr kann ein Film, der mit Johnny Cashs (post mortem!) grandios kettenrasselndem „Ain’t no grave“ einsteigt, noch enttäuschen?

Ein guter Freund, dessen cineastischem Urteil ich blind vertraue, hatte den Streifen bereits zum Filmstart gesehen und dem Film einen weiteren Superlativ hinzugefügt: “Riesending!” waren seine Worte. Gemeint war, wie ich im Verlauf der Unterhaltung merkte, allerdings nicht der Film, sondern vielmehr die Unterkörperbestückung des Protagonisten, der “den so ziemlich größten und beeindruckendsten Penis hat, den ich jemals gesehen habe.” Nun ist ein gut gebautes bis opulentes Gemächt für mich kein zwingend ausschlaggebendes Argument für cineastische Güte eines Films, ein tatsächlicher Hinderungsgrund ist es sicherlich nicht, rückt es doch den Film gleich in ein anderes Licht.

Denn so sehr die Erwähnung eines solchen Details den Laien auf den ersten Blick verwundern mag… der geneigte Kenner der Materie (und jeder, der in der Lage ist Google zu bedienen) weiß selbstverständlich, dass Tarantino bereits in “Death Proof” die Geschichte des extrem gut bestückten ehemaligen Sklaven Jody the Grinder erzählen wollte, schlussendlich aber keinen Platz dafür fand, und so ergibt die prominent inszenierte Platzierung eines großen schwarzen Schlongs in seinem neuesten Werk durchaus Sinn. Erinnert man sich an Tarantinos Ausführungen zu “Like A Virgin” in Reservoir Dogs, ist ein gewisser Hang zur Thematik dann beinahe nicht mehr von der Hand zu weisen, auch wenn sie lange nicht so ausgeprägt sein mag, wie sein Fußfetisch. Und letztlich ist Djangos “Shaft” sicher auch als Verneigung vor dem Blaxploitation-Kino der 70er Jahre und als augenzwinkernde Referenz auf die stereotype Virilität des schwarzen Mannes zu verstehen.

Einzig ein Gedanke beunruhigt mich: Was mache ich gesetzt den Fall, dass Jamie Foxx’s Bestückung deutlich weniger beeindruckend ausfällt? Sag’ ich’s meinem Kumpel? 
Allein aus diesem Grund hoffe ich, dass dieser Film wirklich alle Erwartungen erfüllt…

 


Nachtrag: Dieser Text tritt den Beweis an, wie man aus jedem noch so kleinen Detail eines Films mit ein bisschen Phantasie (und der Suchmaschine seiner Wahl) das letzte Quentchen Subtext quetschen kann. Just watch the fucking movie, people!
Und jetzt genug der Schwafelei:

I wanna see a nigger on a horse!

[picture via ~harijz]
31st December
2012
written by DedalusRoot

“And what costume shall the poor girl wear, to all tomorrow’s parties?
A hand-me-down dress from who knows where, to all tomorrow’s parties.

And where will she go and what shall she do, when midnight comes around?
She’ll turn once more to Sunday’s clown and cry behind the door.”

The Velvet Underground – All Tomorrow’s Parties

    Jahreswechsel, der: Willkürlich gewählter Zeitpunkt ab dem alles völlig anders wird, als im Jahr zuvor, und sich wie von Zauberhand Reichtum, Gesundheit und Produktivität einstellen. Traditionell wird der Jahreswechsel gewählt, um Vorsätze zu fassen, die im Verlauf der letzten 365 Tage vernachlässigt wurden. Ähnlich dem Märchen vom Aschenbrödel verwandeln sich diese Vorsätze Schlag Mitternacht (spätestens jedoch einige Tage später) in schale Versprechen, die bis nach dem nächsten Bier oder der nächsten Zigarette warten können, während man Veränderungen zelebriert, die jedes Jahr die Gleichen bleiben.
Der Jahreswechsel ist darüber hinaus ein gern gewählter Zeitpunkt für Trunkenheit, Drama und durch Trunkenheit induziertes Drama. Aus diesem Grund eignet sich die Nacht vor dem Anbruch des neuen Jahres ganz hervorragend für Trennungen, Schlägereien und spontan heitere Besuche in der nächstgelegenen Notaufnahme. Es scheint beinahe als böte sich eine letzte Gelegenheit sich noch in diesem Jahr von allen Lasten zu befreien, um das neue, verheißungsvolle Jahr ohne Tränen, offene Brüche und Lebensgefährten begehen zu können.

Auch wenn es als gebürtiger Pessimist und angelernter Spötter meine Aufgabe ist das Schlimmste zu erwarten und es in den dunkelbuntesten Farben auszumalen, wünsche ich Euch einen wundervoll harmonischen, volltrunkenen und nicht im geringsten dramatischen Jahreswechsel. Mögt von all den möglichen Katastrophen verschont bleiben und mir auch im neuen Jahr weiterhin Gesellschaft leisten. Allein schon, weil ich sonst nichts zu spotten hätte.

Man sieht sich im neuen Jahr!

29th December
2012
written by DedalusRoot

Barbwire

 

Drüben bei Spreeblick hat Johnny Haeusler gestern dazu aufgerufen im neuen Jahr das Web zurückzuerobern. Der alte Mann, der das Kraftfuttermischwerk betreibt, hat sich ihm angeschlossen. Das gleiche gilt für Matthias Richel. Und  Lobo, der alte Vorreiter, hatte schon 2012 zum Jahr des Blogs ausgerufen.

Und verdammt, allesamt haben sie recht. Alle naselang blasen wir unseren Content in’s Netz. Bilder von unansehnlich glibbrigen Spiegeleiern und und kitschigen Sonnenuntergängen landen auf Instagram. Die letzte Statusmeldung zum erfolgreich absolvierten Stuhlgang bekommt auf Facebook 23 Likes, und Gedanken, die bei etwas mehr Zeit und Reflektion einen Blogeintrag ergeben hätten, landen in Form von 140 Zeichen auf Twitter. Weil es geht und einfach ist. Weil die “walled-garden communites” des Internets darauf ausgelegt sind das Teilen von Inhalten so schnell und bequem wie möglich zu gestalten. Das ist ihr Sinn und Zweck und ihre einzige Daseinsberechtigung für uns als User. Das Tückische daran ist die damit verbundene, vorprogrammierte Flüchtigkeit dieses Contents. Tweets, die in den ersten 12,46 Minuten (empirische Schätzung) nicht mindestens vier Mal retweetet oder gefavt wurden, verschwinden im Daten-Nirvana. Den Algorithmus zur Anzeige von Meldungen in der Facebook-Timeline ist ungefähr so nachvollziehbar und transparent wie die Rechenschaftsberichte von Silvio Berlusconi und über die Privatsphäreeinstellungen dieser Plattform sollte man am besten Stillschweigen bewahren. Diskussion oder Debatten im Netz zerfasern, weil sie plattformübergreifend auf verschiedenen Plattformen geführt werden und es kaum Möglichkeiten gibt diese zu bündeln.  Auch ich habe mir zur diesen Problemen schon diverse Gedanken gemacht, auch wenn ich, wie viele andere auch, nicht immer die Konsequenz hatte diese auch umzusetzen. Aber unterm Strich hat Johnny schlichtweg Recht: Holt Euren Content nach Hause. Publiziert dort, wo die Inhalte Euch gehören. Nutzt die “walled-garden communities” als Distributionskanäle für Eure Inhalte und nicht, um dort Inhalte zu publizieren, die sich Eurer Kontrolle entziehen. Bloggt mehr (der Aufruf geht vor allem an mich)! Kommentiert die Blogposts, die Ihr lest, denn jedes kleine Blog lebt von Feedback, Lob und Kritik. Dann, aber auch erst dann, dürft Ihr den Scheiß auch auf Facebook, Twitter und dem schwarzen Brett Eurer WG teilen oder Eurer Mutter als lustige Powerpoint-Präsentation schicken. Alles klar?

Nachtrag: Natürlich hätte aus diesem Blogpost ein Tweet werden können, vielleicht auch ein einfaches “Lesebefehl”-Statusupdate bei Facebook. Ich habe mich trotz der Tatsache, dass ich beinahe nur das wiederhole, was Johnny und die anderen schon so treffend formuliert haben, dagegen entschieden. Weil nur so Content entsteht, der bleibt. Und weil ich mich dadurch in ein paar Wochen immer noch an meine guten Vorsätze für 2013 erinnern kann und ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich sie vernachlässige.

[photo via The Untrained Eye]
4th October
2012
written by DedalusRoot

 

Jemand hat ein Buch geschrieben und ihm den so wohlklingenden wie charmanten Titel Der Baby-Jesus-Anal-Plug gegeben. Der Autor, Carlton Mellick III, war mir bis vor fünf Minuten gänzlich unbekannt, scheint aber eine einigermaßen anerkannte Größe im Bereich der Bizarro-Fiction zu sein, einem Genre von dem ich bis vor vier Minuten ebenfalls nicht wusste, dass es einen eigenen Namen besitzt. Kein Wunder eigentlich, wenn das Genre noch nicht mal einen deutschen Wikipediaeintrag vorzuweisen hat.
Bizarro scheint als Genre etwas für Leute zu sein, die sich an Horror- uns Splatter-Filmen erfreuen können und denen klassischer Pulp zu Mainstream ist. Die Sorte Mensch, die zum Frühstück die Weekly World News liest und dabei Mondo-Filme guckt. Oder wie es auf der Seite von Carlton Mellick heißt: “Imagine a mixture of David Lynch, Dr. Seuss, South Park, and Troma movies.” Wahrscheinlich hätte man die Literaturgattung auch “kranke, abgefuckte Scheiße” nennen können, wenn diese Bezeichnung in der Regel nicht so negativ konnotiert wäre. Das tatsächlich Amüsante ist, dass es den Baby Jesus Buttplug (NSFW) tatsächlich gibt, und wir uns in unserer WG schon vor Jahren über die Tatsache, dass sich Menschen ein Abbild des Jesuskindes rektal einführen, köstlich amüsiert haben. Wie ich feststellen durfte, wurde das blasphemische Angebot inzwischen um buddhistische und hinduistische Obszönitäten erweitert, allein die schnell beleidigten Religionen scheinen weiterhin zu fehlen. Wer jetzt aber glaubt, dass Mellick es beim Jesuskindlein aus 100% Silikon belässt…  leider weit gefehlt.
Wer also wirklich wissen will, wie man diese Absonderlichkeit so ins Bizarre steigert, dass daraus Bizarro wird, darf sich beim Verlag FESTA gerne die Leseprobe ziehen. Ich lese jetzt was mit Blümchen und Einhörnern, um die Bilder wieder aus meinem Kopf zu kriegen…

17th September
2012
written by DedalusRoot

Nach allem was man heute so im Internet liest, hat Julia Schramm ein Buch geschrieben. Junge internetaffine Menschen, die in der Netzgemeinde™ ein gewisses Ansehen haben, tun das in letzter Zeit häufiger und scheinen von Verlagen je nach Bekanntheitsgrad mehr oder weniger fürstlich dafür entlohnt zu werden. So weit, so unspannend.

Über den Inhalt des Buches oder gar Julia Schramms Talent als Autorin möchte ich mich an dieser Stelle auch nicht äußern. Das haben die Feuilletons des SPIEGEL und der Süddeutschen heute bereits zur Genüge getan und @silenttiffy hat sich hier ebenso ausgiebig und äußerst treffend über die reflexhafte Gehässigkeit und den folgenden Shitstorm geäussert. Schlimmstenfalls wird sich in den nächsten Tagen auch noch Malte Welding zum Erstlingswerk äußern und den ein oder anderen Hinweis auf eventuell vorhandene psychische Störungen der Autorin entdecken… kein Grund also der Dorfgemeinde beim Treiben der Sau behilflich zu sein.

Ein kleines Schmuzeln umzuckte dann aber doch meine Lippen, als ich feststellte, dass sich irgendein Schelm mit einem nicht ganz von der Hand zu weisenden Sinn für Humor erlaubt hat, das Buch mit Verweis auf das Parteiprogramm der Piratenpartei vorab unter klickmichdownload.tumblr.com zum kostenlosen Download anzubieten:

Inwieweit das Kopieren und  Zugänglichmachen von Julia Schramms “Klick mich!” nun zur Förderung von Wissen und Kultur beiträgt und die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft fördert, sei einmal dahingestellt. Schmunzeln musste ich trotz allem.

-

Die Ironie erschließt sich einem aber tatsächlich erst dann in ihrer Gänze, wenn man nun, knapp sechs bis acht Stunden später, dem Link zu Dropbox folgt, wo der offensichtlich illegale Download inzwischen durch Random House unter Berufung auf den Digital Millennium Copyright Act entfernt wurde:

Selbstverständlich ist es das gute Recht von Random House genau das zu tun, jedoch muss ich gestehen, dass ich mich in meiner mephistophelischen Art geradezu … nun ja, teuflisch… darüber freuen würde, wenn die Begriffe “Julia Schramm Autorin”, “Digital Millennium Copyright Act”, “Random House”, “Piratenpartei” als mahnendes Beispiel für zukünftige Netzaktivisten und Jungpiraten auf ewig miteinander verknüpft blieben.
Das dem nicht so sein wird, ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass sich letztlich doch weniger Menschen für Julia Schramms Buch als für Bettina Wulffs Vergangenheit interessieren. Auch das sagt eine Menge aus…

 


Nachtrag:  Als kleinen Denkanstoss möchte ich an dieser Stelle, auch wenn der Vergleich mehr als nur hinkt, auf Amanda Palmer verweisen, die sich im April 2010 nach zweijährigem Kampf von ihrem Label Roadrunner Records getrennt hat, nachdem das Label unter anderem Bilder ihres nackten Bauchs aus einem Video schneiden wollte, da sie, so das Label, zu fett sei. Miss Fucking Palmer hat ihr aktuelles Album komplett über Crowdfunding finanziert und bietet dieses unter dem Motto Pay What You Want zum kostenlosen Download an.

Vielleicht ist das dieses nichtkommerzielle Zugänglichmachen, Kopieren und Nutzen von Werken, dass zur Förderung von Wissen und Kultur beiträgt und die soziale und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft fördert… just sayin’.

26th July
2012
written by DedalusRoot

Gestern habe ich Batman gesehen… und wie bei allen wichtigen Filmen meiner Generation (Matrix, Der Herr der Ringe) habe ich mir auch diese Trilogie im Triple Feature angesehen. Heute morgen gegen viertel nach drei stand ich mit einem Kumpel an der Tramhaltestelle und war gelinde gesagt verstört. Das war also das lang antizipierte Ende der Legende, dass mir versprochen worden war? Ich war enttäuscht… Waren es die erhöhten Erwartungen? Die Übermüdung nach sieben Stunden Kinomarathon? Oder hat die deutsche Synchronisation diesen ansonsten hochgelobten letzten Teil von Nolans Trilogie verdorben?

//————– WARNING! There be Spoilers! ————–//

Acht Jahre sind seit Batmans grandiosem Scheitern im Wettstreit mit dem Joker vergangen. Acht Jahre in denen Gotham nicht nur den Kampf gegen die Kriminalität, sondern auch einen neuen Helden gewonnen hat. Während Batman die Schuld für die Morde an fünf Polizisten und Staatsanwalt Harvey Dent auf sich geladen hat, ist Dent zum Märtyrer und Symbol für den Frieden in der Stadt geworden. Batman hingegen, der sich entschieden hat Dents Verfehlungen auf sich zu laden, wird von der Polizei gesucht und ist seitdem nicht mehr in Erscheinung getreten. (more…)

31st May
2012
written by DedalusRoot

 

Folgender Artikel, der sich die Frage nach dem Sinn und Mehrwert von Social Media Buttons stellt, fiel mir heute in meiner Timeline entgegen:

Sweep The Sleaze – Information Architects

“Promising to make you look wired and magically promote your content in social networks, the Like, Retweet, and +1 buttons occupy a good spot on pretty much every page of the World Wide Web. Because of this, almost every major site and world brand is providing free advertising for Twitter and Facebook. But do these buttons work?”

Beim Lesen des oben genannten Artikels fiel mir auf, dass ich Social Media Buttons eigentlich nur noch in den seltensten Fällen nutze. Interessante Artikel teile ich entweder direkt über meinen RSS Reader oder kopiere die URL samt eines liebevoll verfassten Kommentars in meinen Twitter Client oder direkt in das soziale Netzwerk meiner Wahl. Als dritte Alternative stünde noch das Shareaholic/ShareThis Plugin meines Browsers zur Verfügung.

Dementsprechend stelle mir nicht erst seit der Lektüre dieses Artikels die berechtigte Frage:

- Kinder, tun diese ganzen Buttons eigentlich noch Not? (more…)

23rd February
2012
written by DedalusRoot

“Μαζί τα φάγαμε!” (Wir ‘alle’ haben das Geld verjuxt!)
– Der Abgeordnete Theodoros Pangalos auf die Frage griechischer Journalisten, was die Regierung mit all dem Geld getan habe.

So sind wir Griechen… jahrelang lebten wir wie die Made im Speck, haben uns seit unserem ermogelten Beitritt zur EU an den reichhaltigen Subventionen und günstig zu vergebenden Krediten der anderen Mitgliedstaaten gütlich getan und mit deren Steuergeldern Häuser gebaut und Autos gekauft. Nun ist es also an der Zeit den Gürtel etwas enger zu schnallen. Das ist ungewohnt. Zu unserer Verteidigung muss man sagen, dass dem Griechen “die Kultur der Stabilität und die Fähigkeit zur Disziplin” schlichweg abgehen (Giannos Papantoniou, Finanzminister bis 2004). Der Deutsche hingegen kam nach dem Krieg gar nicht umhin sich auf diese Tugenden zu besinnen, schließlich galt es ein Land, dass sich am Boden befand, gänzlich ohne fremde Hilfe wieder aufzubauen. Und nun soll also der brave deutsche Michel die Rechnung für die Maßlosigkeit der spätgriechischen Dekadenz zahlen, während Kosta die Zeche prellt und sich weiterhin an lecker Souvlaki und Ouzo gütlich tut.

Soviel zunächst zur Bedienung tumber, rassistischer Klischees, die ich im Verlauf der vergangenen Monate so lieb gewonnen habe. Um die soll es hier aber ausnahmsweise mal nicht gehen… (more…)

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