Beiträge mit dem Tag "Gedichte"

9th August
2013
written by DedalusRoot

 

Trotz der Tatsache, dass ich in Deutschland aufgewachsen und erst im Alter von 14 Jahren gen Griechenland entwurzelt wurde, um mich dort zumindest geringfügig mediterran sozialisieren zu lassen, werden einige meiner frühesten Kindheitserinnerungen von griechischen Melodien begleitet. In unserer Küche lief eigentlich immer Musik, meist die politisch motivierten linken Lieder von Mikis Theodorakis der 60er und 70er, eng verbunden mit dem Widerstand gegen die Griechische Militärdiktatur, oder alte, melancholische Rembetika, dem griechischen Blues mit Erzählungen von Haschisch-Höhlen und Gefängnissen, gescheiterten Liebschaften und Messerstechereien. Meine Mutter stand mittendrin und summte und sang. Und lange bevor ich auch nur die Hälfte der Texte verstehen oder deren Aussagen erfassen konnte, sang ich mit, weil es nichts gibt, dass Inhalte besser vermittelt als eine Melodie. Sesamstraße lässt grüßen…
Bedingt durch diesen Umstand habe ich nicht nur die unsagbar schiefe Gesangsstimme meiner Mutter geerbt, sondern auch ihre Liebe zur griechischen Musik. Wahrscheinlich lässt sich so auch erklären, weshalb ich, obwohl ich in Deutschland aufgewachsen bin und Deutsch weiterhin die Sprache ist, die ich mit Abstand am Besten beherrsche, nie den gleichen Bezug zu deutschsprachiger Musik wie zu griechischer gefunden habe. Griechische Musik dockt an völlig anderen Synapsen an, die sich wahrscheinlich irgendwo in den tiefsten Tiefen meines kleinen Echsenhirns befinden, und beschert automatisch Sehnsucht und das dauerhafte Gefühl etwas im Auge zu haben. (more…)

19th May
2011
written by DedalusRoot

“You will not be able to stay home, brother.
You will not be able to plug in, turn on and cop out.
You will not be able to lose yourself on skag and skip,
Skip out for beer during commercials,
Because the revolution will not be televised.”


– Gil Scott-Heron

Mal ehrlich: Wir sollten unserer Empörung Luft machen… stattdessen lassen wir uns am Nasenring durch die Manege der Demokratie ziehen. Wir schütteln fassungslos mit dem Kopf, wenn Nazis durch unsere Städte marschieren. Wir akzeptieren widerspruchslos, dass rechte Populisten und Rattenfänger die Mitte der Gesellschaft infiltrieren und uns einflüstern, der Muselmann sei, woran diese Gesellschaft krankt. Wir sehen tatenlos zu wie Banken auf Grundnahrungsmittel spekulieren, die Preise in die Höhe treiben und ein ganzer Kontinent hungert, während 30% unserer Lebensmittel im Müll landen. Wir schüren Furcht vor den verängstigten und hungernden Menschen an unseren Grenzen und sperren sie in Lager. Wir lassen uns zu Menschen zweiter Klasse degradieren, weil wir nicht erwerbstätig sind oder es uns an Bildung fehlt, die wir in diesem System nicht bezahlen können.  Wir sollen Angst vor Terror haben, während uns täglich die Angst vor unserer eigenen Zukunft umtreibt. Wir lassen uns diktieren, welche Entschlüsse alternativlos sind, weil sie einer Regierung und ihrer Riege von Lobbyisten in die Hände spielen.  Wir schauen teilnahmslos einer Politik zu, die nicht mehr unser Wohl, sondern die Erhaltung der eigenen Macht im Sinn hat.

Natürlich könnte man zu landesweiten Demonstrationen aufrufen, aber heut’ abend läuft Germany’s Next Top Model und bei Joey’s Pizza gibt es italienische Wochen…

 

28th March
2011
written by DedalusRoot
Quelle: vaggelisf


Ithaka

Brichst du auf gen Ithaka,
wünsch dir eine lange Fahrt,
voller Abenteuer und Erkenntnisse.
Die Lästrygonen und Zyklopen,
den zornigen Poseidon fürchte nicht,
solcherlei wirst du auf deiner Fahrt nie finden,
wenn dein Denken hochgespannt, wenn edle
Regung deinen Geist und Körper anrührt.
Den Lästrygonen und Zyklopen,
dem wütenden Poseidon wirst du nicht begegnen,
falls du sie nicht in deiner Seele mit dir trägst,
falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut. (more…)

14th March
2011
written by DedalusRoot

“Ich trage dich wie eine Wunde
auf meiner Stirn, die sich nicht schließt.
Sie schmerzt nicht immer. Und es fließt
das Herz sich nicht draus tot.
Nur manchmal bin ich blind und spüre
Blut im Munde”

– Gottfried Benn



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15th October
2010
written by DedalusRoot
Photo by Dedalus Root with Vignette

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Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Aus Im Nebel von Hermann Hesse


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16th August
2010
written by DedalusRoot

Some people never go crazy. What truly horrible lives they must lead.
Charles Bukowski

Quelle: Roger Ebert’s Journal

Heute ist Charles Bukowskis Geburtstag… eigentlich Grund genug einigen seiner Gedichte zu lauschen und einen zu heben, oder? (more…)

Warnung!

Widerstand

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