Beiträge mit dem Tag "Krise"

23rd February
2012
written by DedalusRoot

“Μαζί τα φάγαμε!” (Wir ‘alle’ haben das Geld verjuxt!)
– Der Abgeordnete Theodoros Pangalos auf die Frage griechischer Journalisten, was die Regierung mit all dem Geld getan habe.

So sind wir Griechen… jahrelang lebten wir wie die Made im Speck, haben uns seit unserem ermogelten Beitritt zur EU an den reichhaltigen Subventionen und günstig zu vergebenden Krediten der anderen Mitgliedstaaten gütlich getan und mit deren Steuergeldern Häuser gebaut und Autos gekauft. Nun ist es also an der Zeit den Gürtel etwas enger zu schnallen. Das ist ungewohnt. Zu unserer Verteidigung muss man sagen, dass dem Griechen “die Kultur der Stabilität und die Fähigkeit zur Disziplin” schlichweg abgehen (Giannos Papantoniou, Finanzminister bis 2004). Der Deutsche hingegen kam nach dem Krieg gar nicht umhin sich auf diese Tugenden zu besinnen, schließlich galt es ein Land, dass sich am Boden befand, gänzlich ohne fremde Hilfe wieder aufzubauen. Und nun soll also der brave deutsche Michel die Rechnung für die Maßlosigkeit der spätgriechischen Dekadenz zahlen, während Kosta die Zeche prellt und sich weiterhin an lecker Souvlaki und Ouzo gütlich tut.

Soviel zunächst zur Bedienung tumber, rassistischer Klischees, die ich im Verlauf der vergangenen Monate so lieb gewonnen habe. Um die soll es hier aber ausnahmsweise mal nicht gehen… (more…)

9th November
2011
written by DedalusRoot

[ picture via stuttmann.de]

Das habt Ihr nun davon. Der Pleitegrieche ist raus. Nachdem ich monatelange die unreflektierten liebevollen Kommentare meiner Mitmenschen und die Schmutzkampagnen Berichterstattung der deutschen Presse erdulden musste, hab’ ich die Schnauze voll.

Statt mich darüber aufzuregen, habe entschieden vom 11. bis 19. November einen Kurzaufenthalt im Land meiner Vorfahren einzulegen. Dort werde ich eine Woche lang nichts tun, als auf der faulen Haut zu liegen und mit meiner ebenso faulen, arbeitsscheuen Verwandtschaft (alle über 30 sind ohnehin schon in Rente) bei Τσίπουρο und Μεζέδες deutsche Steuergelder zu verprassen, die monatlich per Direktüberweisung auf den Konten aller Griechen eingehen.

Welchen Regierungschef mein Heimatland bei meiner Ankunft am Freitag nachmittag haben wird, ist bisher zwar noch unklar, nachdem ich aber einen griechischen Reisepass habe (ich wusste, das Ablehnen der deutschen Staatsbürgerschaft würde sich irgendwann auszahlen), gehe ich davon aus, dass man mir wohlgesinnt sein wird.

Sollte ich bei all dem Sirtaki Tanzen und Souvlaki Essen noch dazu kommen, werde ich mich mit eigenen Augen von der dort herrschenden Situation überzeugen und ausgiebig darüber berichten. Leider weiß ich derzeit noch nicht, wann und wie ich einen Zugang zum Internet habe, so dass es sein kann, dass ich entsprechende Berichte nachreiche.

P.S.: Die nächste Tranche zur Erhaltung dieser spätgriechischen Dekadenz möchte ich Euch bitten in der Zwischenzeit auf mein Nummernkonto in der Schweiz zu überweisen… Ευχαριστώ!

 

Warnung!

Widerstand

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