Beiträge mit dem Tag "Penis"

21st February
2013
written by DedalusRoot

Django Unchained

 

Dieses Wochenende werde ich mir nun endlich Tarantinos im Vorfeld mehr als hoch gelobten Django Unchained ansehen. Bisher hat mich sowohl der Hype (in meinem Umfeld konnte man beinahe von Hysterie sprechen), als auch die Angst, der Film könnte enttäuschen, davon abgehalten… denn die Vorschusslorbeeren waren wirklich mehr als üppig ausgefallen: “Ein Meisterwerk! Eine Hommage an jeden jemals gedrehten Italo-Western und eine Verneigung vor den Blaxploitation-Filmen der 70er! Gespickt mit Zitaten und cineastischen Querverweisen!” Je euphorischer das Lob in den Feuilletons ausfiel, umso größer wurden meine Hemmungen. War das noch Punkrock? Wollte ich mich als cinephiler Ersatzhipster wirklich in die Untiefen des Mainstreamkinos begeben in denen Tarantino allem Anschein nach angekommen war? Oder nicht doch lieber ein schönes finnisches Filmchen (im Original mit schwedischen Untertiteln, versteht sich!) in einem Programmkino meiner Wahl? Andererseits: Wie sehr kann ein Film, der mit Johnny Cashs (post mortem!) grandios kettenrasselndem „Ain’t no grave“ einsteigt, noch enttäuschen?

Ein guter Freund, dessen cineastischem Urteil ich blind vertraue, hatte den Streifen bereits zum Filmstart gesehen und dem Film einen weiteren Superlativ hinzugefügt: “Riesending!” waren seine Worte. Gemeint war, wie ich im Verlauf der Unterhaltung merkte, allerdings nicht der Film, sondern vielmehr die Unterkörperbestückung des Protagonisten, der “den so ziemlich größten und beeindruckendsten Penis hat, den ich jemals gesehen habe.” Nun ist ein gut gebautes bis opulentes Gemächt für mich kein zwingend ausschlaggebendes Argument für cineastische Güte eines Films, ein tatsächlicher Hinderungsgrund ist es sicherlich nicht, rückt es doch den Film gleich in ein anderes Licht.

Denn so sehr die Erwähnung eines solchen Details den Laien auf den ersten Blick verwundern mag… der geneigte Kenner der Materie (und jeder, der in der Lage ist Google zu bedienen) weiß selbstverständlich, dass Tarantino bereits in “Death Proof” die Geschichte des extrem gut bestückten ehemaligen Sklaven Jody the Grinder erzählen wollte, schlussendlich aber keinen Platz dafür fand, und so ergibt die prominent inszenierte Platzierung eines großen schwarzen Schlongs in seinem neuesten Werk durchaus Sinn. Erinnert man sich an Tarantinos Ausführungen zu “Like A Virgin” in Reservoir Dogs, ist ein gewisser Hang zur Thematik dann beinahe nicht mehr von der Hand zu weisen, auch wenn sie lange nicht so ausgeprägt sein mag, wie sein Fußfetisch. Und letztlich ist Djangos “Shaft” sicher auch als Verneigung vor dem Blaxploitation-Kino der 70er Jahre und als augenzwinkernde Referenz auf die stereotype Virilität des schwarzen Mannes zu verstehen.

Einzig ein Gedanke beunruhigt mich: Was mache ich gesetzt den Fall, dass Jamie Foxx’s Bestückung deutlich weniger beeindruckend ausfällt? Sag’ ich’s meinem Kumpel? 
Allein aus diesem Grund hoffe ich, dass dieser Film wirklich alle Erwartungen erfüllt…

 


Nachtrag: Dieser Text tritt den Beweis an, wie man aus jedem noch so kleinen Detail eines Films mit ein bisschen Phantasie (und der Suchmaschine seiner Wahl) das letzte Quentchen Subtext quetschen kann. Just watch the fucking movie, people!
Und jetzt genug der Schwafelei:

I wanna see a nigger on a horse!

[picture via ~harijz]

Warnung!

Widerstand

l