Beiträge mit dem Tag "street art"

6th August
2013
written by DedalusRoot

Karagiozis

Kreuzberg @ Mariannenstraße – 28.05.2013

Karagiozis (griechisch Καραγκιόζης, vom türkischen Karagöz) ist eine volkstümliche griechische Schattentheaterfigur (Quelle: Tante Wiki).

Die Tradition des Schattentheater hat ihren Ursprung im Orient und wurde während der Zeit der osmanischen Besatzung von der griechischen Bevölkerung der kleinasiatischen Küste aufgenommen. Sie  hat sich von ihrer Anfangszeit im 19. Jahrhundert bis in die 80er Jahre gehalten, als es im griechischen Fernsehen noch regelmäßig Karagiozis-Sendungen, vergleichbar mit dem Kasperle in Deutschland, gab.

Karagiozis verkörpert den Archetyp des armen und unzureichend gebildeten Griechen zur Zeit des osmanischen Reichs und stellt damit so etwas wie den “Missing Link” zwischen den Helden der Schelmenromane und dem Prekariat der Neuzeit dar. Er wird stets barfuß und mit geflickten Kleidern dargestellt. Darüber hinaus ist er bucklig und hat einen überlangen Arm. Er lebt mit seiner Frau Aglaia und seinen drei Jungen in einer ärmlichen Hütte unweit des Serails.

Wie seine Nachfahren des krisengeschüttelten 21. Jahrhunderts ist Karagiozis über alle Maße faul und seine Interessen bestehen zu großen Teilen aus Essen und Schlafen. Sein Hauptaugenmerk liegt auf seinem eigenen persönlichen Vorteil, und wenn er aus seiner Lethargie erwacht, um etwas zu unternehmen, dann nur um sich selbst auf recht plumpe Art und Weise zu bereichern. Die Versuche scheitern zur Belustigung der Zuschauer meist kläglich, und die wichtigste Lektion, die sich daraus für den Betrachter ergibt: Don’t try!

Natürlich ist Karagiozis ist auch ein Relikt aus der Zeit der osmanischen Besatzung und damit ein Symbol für den Widerstand gegen einen übermächtigen Gegner. So plump seine Versuche sich einen Vorteil zu verschaffen sind und so einfältig er auch wirken mag, so sehr liegen die Sympathien trotzdem bei ihm, wenn er versucht sich gegen seinen moralischen Gegenspieler Hadjiavatis, den Prototypen des obrigkeitshörigen Stiefelleckers, und die Handlanger des Sultans durchzusetzen.

In dieser Hinsicht steht Karagiozios in der Tradition der Schelmenfigur und repräsentiert die Auflehnung gegen Bevormundung und Unterdrückung mit einfachen Mitteln, und wir wünschen ihm, dass es ihm nur einziges Mal gelingt, der Obrigkeit ein Schnippchen zu schlagen. Denn nichts würde uns mehr freuen, als dass er den Reichen und Mächtigen eine lange Nase drehte. In dieser Hoffnung ist die Aufgabe  des pikaresken Helden begründet, auch wenn wir bereits wissen, dass er gegen Windmühlen kämpft und zum Scheitern verurteilt ist. Am Ende weicht die hehre Hoffnung der tröstlichen Gewissheit, dass alles bleibt, wie es ist: Wir lachen über den Narren, der an unserer statt scheiterte, beruhigt und bestätigt in unserem Wissen, dass Widerstand unmöglich und nicht mehr als eine sentimentale Vorstellung ist.
Denn nur Narren kämpfen… der Rest von uns akzeptiert die Niederlage als selbsterfüllende Prophezeiung und versteigt sich ob ihrer Erfüllung in spöttisches, unser Gewissen beruhigendes, Gelächter und wartet auf die nächste Vorstellung.

19th June
2013
written by DedalusRoot

Street Art Westhafen

Westhafen – 13.04.2013

Wenn es das hippe Jungvolk inzwischen schon in den Wedding zieht, zieht es die alternden Ersatzhipster in den nächstgelegenen Kiez, in diesem Fall Moabit. Dort, im ehemaligen Arbeiterbezirk, nicht umweit der pittoresken und mit Originalen bestückten Eckkneipe Zur Quelle, wo die Welt noch in Ordnung und der Futschi noch erschwinglich ist, findet sich zwischen Containern und Bauschutt eine weitere Sommersprosse auf der dackelfaltigen Stirn dieser Lieblingsstadt.

28th May
2013
written by DedalusRoot

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Neukölln – 27.04.2013

26th May
2013
written by DedalusRoot

Hinterhöfe @ Panke Wedding – 23.05.2013

Der Wedding ist ja groß im Kommen. Neukölln ist neuerdings zu überlaufen, Kreuzberg taugt eigentlich nur noch als Touristenattraktion und der Prenzlauer Berg wurde nicht erst seit gestern zur Ruhestätte für in Würde gealterte (also Ü30) Akademiker degradiert. Also zieht es das Volk, den Gesetzen der Gentrifizierung und ihrem Herdentrieb folgend, in den nächsten Kiez. Es sprießen Cafés und Kneipen aus dem Boden, analog zu Muschi Kreuzberg wird versucht das Image (Berlin – East Bronx, Wedding!!) zu vermarkten, während man zwangsläufig die gleichen Pfade beschreitet, die man in Kreuzberg und Neukölln naserümpfend als Mainstream abtut. Nichtsdestotrotz hat der Wedding schöne Ecken, wie beispielsweise die Hinterhöfe in denen die Panke ihre Heimat hat oder das Krematorium Wedding ein paar Häuser weiter. Grund genug also doch mal durch den Wedding zu streifen und die Knipse mitzunehmen.

Und nächstes Jahr sehen wir uns dann in Moabit!

15th May
2013
written by DedalusRoot

Lemmings!

Kreuzberg – 29.04.2013

26th April
2013
written by DedalusRoot

So viele Hipster

 

Neukölln – 16.04.2013

Völlig ironiebefreite Ersatzhipster wie meine Wenigkeit müssen sowas natürlich ablichten und ins Netz stellen. Immerhin ist das Bild ohne die Zuhilfenahme von Instaspam entstanden.
Demnächst gibt’s dann wieder Sonnenuntergänge, versprochen!

5th January
2013
written by DedalusRoot

Der gerade mal 16jährige Shinoda hat sich entschieden die Straßen Argentiniens ein bisschen bunter zu gestalten und die kargen Wände seiner Heimatstadt mit Ponies zu verzieren. Normalerweise ist dieses Blog kein Ort für Pony-Content, aber bei Street Art dieser Qualität kann man sicher eine Ausnahme machen. Die komplette Gallerie gibt’s nach dem Klick.

 

[via The Mary Sue]
2nd January
2013
written by DedalusRoot

 Wir arbeiten weiterhin dran. Auch in diesem Jahr.

[via The Curious Brain]
24th July
2012
written by DedalusRoot

C215 in Kreuzberg

Ein paar großartige Stencils von Christian Guémy, aka C215, mit denen der frazösische Street Artist Kreuzberg verschönert hat. Die Katze an der Skalitzer wurde inzwischen leider mit Schnurrbart und Brille versehen, deswegen gibt’s von ihr leider kein Foto…

31st May
2010
written by DedalusRoot

Synchronizität ist eine feine Sache, manchmal aber auch ein bißchen beängstigend… Wie die Fotos des letzten Beitrags nahelegen, war ich am Samstag ein wenig in Kreuzberg unterwegs und habe Bilder gemacht und unter anderem auch ein Paste-Up am Görli fotografiert, dass ich heute morgen prompt bei Urban Artcore wiedergefunden habe. So mag ich mein Internet… Weitere Infos und Fotos zu Klone und seinen Paste-Ups gibt hier:

Klone: Israeli Street Art in Berlin | Urban Artcore.


Warnung!

Widerstand

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