Campaign Diary – Dragon of Icespire Peak – Session 1

Campaign Diary – Dragon of Icespire Peak – Session 1

Last Time on „Dragon of Icespire Peak“ – Session 0

Wie bereits an gekündigt hatten wir am Samstag unsere erste Session für Dragon of Icespire Peak. Die Spielrunde besteht aus sechs Spieler*innen inkl. mir als GM, von denen zwei das erste Mal ein Pen & Paper Rollenspiel spielen.

Wir hatten vor einigen Woche eine erste Session Zero, in der wir gemeinsam das Konzept Pen & Paper Rollenspiel im Allgemeinen, die Spielwelt der Forgotten Realms und das Setting von „Dragon of Icespire Peak“ sowie die Regeln und die Erwartungen an die Runde besprochen haben. Im Anschluss haben wir Charaktere erstellt und die groben Hintergründe der Charaktere sowie die Verbindungen und Beziehungen der einzelnen Charaktere untereinander etabliert. Um mir und den neuen Spieler*innen den Einstieg so einfach wie möglich zu machen, war mir es dabei wichtig, dass zumindest einige Charaktere sich bereits kennen und gemeinsam reisen.

Wir hatten vorab schon über Charakterklassen und Vorlieben gesprochen, und ich hatte Matt Coville’s  Quick Start Character Cards zur Orientierung mit der Gruppe geteilt. Als logische Konsequenz hat sich eine Spielerin für die Paladin-Klasse entschieden. Daraus ergab schlussendlich der folgende Roster für unsere kleine Gruppe von Abenteurer*innen:

  • Urasys Sinaran – Eladrin Elf, Paladin
  • Jakob Nilsson Oftebro – Sexy Human, Fighter
  • Nicholas „Schildkröte“ Turtleshell – Lightfoot Halfling, Monk
  • Dalsein Alushor – Human Air Genasi, Druid
  • Kaz Kelling – Half-Elf, Bard

Dankenswerterweise sind die Hintergrundgeschichten der einzelnen Charaktere (teils bewusst, teils zufällig) bereits stark mit der Gegend und der Kampagne verwoben:

Urasys war Mitglied einer Gruppe junger Feen, die vor mehr als 300 Jahren die Materielle Ebene und die Gegend rund um Phandalin besuchte, und die von einem Priester der Tymora zur Strafe für ihre Häme und Bösartigkeit hereingelegt dazu dazu verpflichtet wurde den Schrein der Tymora zu bewachen. Das tut sie nun seit 300 Jahren und ist entsprechend schlecht gelaunt.

Jakob, ein junger, selbstverständlich unverschämt attraktiver Adliger mit tragischen Familienverhältnissen (think evil stepmother and dead fathers here) hat auf seinen Reisen Nicholas, den Turtle Hermit Monk (offenbar ist das eine offensichtliche Dragonball Referenz, die leider nicht verstehe) kennengelernt, und beide reisen nun gemeinsam von Yartar nach Phandalin, weil dort zum einen das Mithrilfieber ausgebrochen ist und sie Abenteuer wittern,  und sie zum anderen einen Brief des Löwenschild Handelshauses mit sich tragen und in Phandalin abgeben sollen.

Dalsein, die Druidin, war Piraten- und Kopfgeldjägerin, bevor ihr Schiff bei der Verfolgung eines geheimnisvollen Verbrechers in einen schrecklichen Sturm geriet und kenterte. Mit nichts als ihrem Leben und der Halskette ihrer Mutter in der Hand, überlebte Dalsein und schwor die Ursache für den Sturm zu ergründen und dem Verbrecher das Handwerk zu legen. In Waterdeep traf sie Kaz, einen jungen Autor mit mäßigem Erfolg, der sich Ihr anschließt, um an ihren Abenteuern teilzuhaben, um darüber schreiben zu können. Die beiden machten sich von Waterdeep auf nach Phandalin, wo Dalsein einen magischen Gegenstand vermutet, der ihr bei Ihrer Suche helfen soll.

Unterwegs treffen die beiden Alfonse „Big Al“ Kalazorn, einen halborkischen Farmer aus der Gegend um Phandalin, der sich auf dem Rückweg aus Neverwinter befindet.

Und damit sind eigentlich schon alle Weichen für die erste, zugegeben recht kurze Session, gestellt!

How it Started – die Vorbereitung

Ich habe entschieden, dass die Gruppe ihren ersten plotrelevanten NPC bereits auf dem Weg nach Phandalin trifft, um möglichst früh einen Bezug zu Phandalin und seinen Bewohnern zu etablieren und eine Beziehung zu den NPC aufzubauen. Dabei habe ich aus Alfonse „Big Al“ Kalazorn, dem ehemaligen Sheriff von Triboar, einen alternden Halbork gemacht, der nur zu gerne von vergangenen Abenteuern und der Gegend erzählt. Damit ist „Big Al“ nicht nur ein (hoffentlich) liebenswerter und nie versiegender Quell des Wissens, sondern wird als Halbork im weiteren Verlauf der Geschichte auch eine der Verbindungen zu den einzelnen Orkstämmen sein, von denen der Großteil lediglich Zuflucht vor dem Drachen suchen, während sich ein oder zwei Stämmen mit dem Taloskult verbündet haben.

Damit sind wir bei den nächsten „großen“ Überarbeitungen: Dragon of Icespire Peak ist im Herzen ein Western. Wir haben eine kleine, blühende Goldgräbersiedlung entlang der Western Frontier, hinter der nur noch Wildnis kommt. Unzählige Glücksritter (sh. auch Euphemismus für Kolonialisten) kommen nach Phandalin, angelockt von dem Versprechen nach Reichtum und treffen dort auf Ihnen wenig freundlich gesinnte Umwelt und Einheimische. Allein schon aus diesem Grund will ich versuchen die Darstellung der vor dem Drachen flüchtenden Orks vielschichtiger und komplexer zu gestalten, um nicht in hässliche rassistische Tropes zu verfallen. Letztlich sind die Orks die Natives dieser Region, die aufgrund der Vertreibung durch den Drachen mit Phandalin um Raum und Ressourcen streiten, und die Frage danach wie die Gruppe mit ihnen umgeht und Konflikte löst, sollte eine grundlegene für diese Kampagne sein.

Nachdem D&D aber Monster benötigt, die ohne größeren moralischen Konflikt im Kampf besiegt werden können (siehe hierzu auch Everybody Loves Zombies | Running The Game von Matt Colville),  wird es weiteren Verlauf der Kampagne Orks geben, die sich mit dem Taloskult einlassen (Grom Hellscream lässt grüßen), um sich im Kampf um die spärlichen Ressourcen einen Vorteil zu verschaffen. Ich überlege darüber hinaus, ob nicht auch ein*e Dorfbewohner*in sich nachträglich als Kultistin oder anders geartete*r Villain entpuppen könnte… daraus ergibt sich auch, dass ich den Taloskult im weiteren Verlauf als handlungsübergreifendes Big Bad in den Vordergrund stellen werde, weil er mit dem Tower of Storms einfach zu gut in Dalseins Hintergrundgeschichte reinspielt und der Story die Möglichkeit zum wachsen gibt.

Ich habe außerdem entschieden, dass der erste Kampf nicht im Rahmen einer Quest stattfinden soll, sondern wollte der Gruppe, auch aufgrund der unerfahrenen Spieler*innen, eine Art Tutorialkampf ermöglichen.

How it’s Going – Session 1

Wir beginnen unsere Session also damit, dass die einzelnen Gruppenmitglieder mit Ausnahme von Urasys in einem Rasthaus auf dem Triboarpfad, unweit von Phandalin, Zuflucht vor einem nahenden Sturm suchen. Sehr railroady und unbefriedigend, aber dafür können wir gleich mit der Action loslegen und langweilen niemand mit Exposition. Währenddessem schleichen sich im Schutz der Dunkelheit unbemerkt eine kleine Truppe Gnolle an die Stallungen des Rasthauses heran und wird von Urasys, die der Gruppe aus Phandalin entgegen reist, überrascht.

Es entbrennt der erste Kampf in dem wir die beiden neuen Spieler*innen an die Spielmechanik und Regeln gewöhnen. Ein paar Strength Checks zum Zuhalten einer Tür, ein paar Attack Rolls, ein Saving Throw und einige Zauber und fertig sind die Gnolle. Tutorial abgeschlossen!

Glücklicherweise entscheidet sich die Gruppe am nächsten Morgen sogar gemeinsam nach Phandalin aufzubrechen.

Das wäre ein guter Moment, um die Session zu beenden, aber wir wollen die erste Session natürlich mit einem Cliffhanger beenden, also lassen wir die Spieler in Phandalin ankommen und konfrontieren sie mit folgender Szene:

Als die ersten Strahlen der Mittagssonne durch die graue Wolkendecke brechen, erreicht Ihr Phandalin. Vor euch, an den Ausläufern des Schwertgebirges liegt eine kleine, geschäftige Bergbausiedlung von etwa 30 zumeist einfachen, aber soliden Hütten und Häusern, die entlang der alten Mauern des Dorfes auf den Überresten der alten Stadt errichtet wurden, und von denen sich einige noch im Aufbau befinden.

In den Straßen herrscht geschäftiges Treiben und Ihr seht Dorfbewohner, Farmer und vereinzelte Bergleute ihrem Tagwerk nachgehen, während ein paar Kinder auf dem kleinen Platz vor einem baufälligen Schrein spielen, als plötzlich ein markerschütternder Schrei die ländliche Ruhe durchbricht.

Ihr seht wie sich an den südlichen Ausläufern des Dorfes eine schneeweiße Monstrosität auf riesigen ledernen Schwingen über die Dächer in die Lüfte erhebt.
Für einen kurzen Augenblick seid ihr wie gebannt von den wie Schnee in der Sonne glitzernden Schuppen des Drachen, bevor ihr die massiven Klauen bemerkt in denen der Drache scheinbar mühelos eine Kuh trägt, die von einem der nahegelegenen Felder gepackt hat.

Als die Bestie Euch entdeckt, stürzt sie sich mit einem tiefen Brüllen in einen Senkflug und reißt das mit langen, rasiermesserscharfen Zähnen bewehrte Maul auf…
Vor Euch auf der plötzlich wie leer gefegten, staubigen Straße steht ein einzelnes Kind, ein etwa dreijährige Junge, ein Holzspielzeug in der Hand und scheint wie vom Blitz gerührt.

Und damit beenden wir Session 1 von Dragon of Icespire Peak mit einem fulminanten Cliffhanger.

In der nächsten Session erfahren wir wie die Begegnung mit dem Drachen abgehandelt wird und vor allem wie sie ausgeht. Außerdem lernen wir die Bewohner von Phandalin kennen, die wir vorher ein bisschen aufbohren müssen, um sie zu etwas mehr als einem Plot Device zu machen.

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