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30th April
2012
written by DedalusRoot

Ein bisschen verklärende Revolutionsromantik inklusive dem passenden Soundtrack zum Kampftag der Arbeiterbewegung… Also lasst uns die Fäuste in die Luft recken und uns mit dem Klassenkampf solidarisieren! Oder wir torkeln einfach sturzbetrunken über die Oranienstraße, erfreuen uns an den Fressbuden am Mariannenplatz und machen ein paar schöne Erinnerungsfotos vom Bethanien… wie auch immer: Einen schönen 1. Mai!
 

 

 

 

 

 

 

29th April
2012
written by DedalusRoot

Das Streben nach verantwortungsbewusstem Konsum treibt zuweilen merkwürdige Blüten. Die Lebensmittelbranche hat inzwischen verstanden, dass es in den Industrienationen dieser Welt Menschen gibt, die bereit sind gutes Geld zu zahlen, um ihr schlechtes Gewissen zu besänftigen, und importiert fleißig Bio-Flugobst aus aller Welt, um den Bedarf der hungrigen (yeah, right!) Massen zu decken. Aber nicht nur Bio muss unser täglich Brot inzwischen sein, sondern selbstverständlich auch jederzeit gesund. Dies zu realisieren (oder zumindest zu suggerieren) ist gerade bei hochverarbeiteten Lebensmitteln, die besonders reich an wertvollem Zucker, Fett sowie diversen Emulgatoren und Stabilisatoren sind, ein kniffliges Unterfangen. Gerade Süßwaren machen es der Branche nicht gerade leicht gesund und moralisch vertretbar rüberzukommen.
24th April
2012
written by DedalusRoot
6th March
2012
written by DedalusRoot

Wer Ende der Achtziger einen Amiga hatte, kam um den Namen Bitmap Brothers kaum herum. Immerhin verdanken wir den englischen Brüdern Klassiker wie Xenon, Chaos Engine, Z und eines der besten Spiele aus der Kategorie “Spielspaß pro Megabyte”: Speedball. Der nach Jugger und Rollerball wohl brutalste Sport der nahen Zukunft, ist schnell erklärt: Zwei Teams treten in einer futuristischen Mischung aus Handball und Kneipenschlägerei gegeneinander an und versuchen in zwei Halbzeiten mehr Punkte zu erzielen als der jeweilige Gegner. Erlaubt ist dabei bis auf den Gebrauch von taktischen Marschflugkörpern so gut wie alles. Es spricht somit nichts dagegen den gegnerischen Torwart mit einem gezielten Fausthieb oder Tritt zu Boden zu strecken, um dann den kleinen, metallischen Ball über seinen leblosen Körper hinweg ins Tor zu befördern. (more…)

28th February
2012
written by DedalusRoot

Am 30. Oktober 2002 war Warren Zevon ein letztes Mal in David Lettermans Late Show zu Gast. Der Songwriter, dem zu diesem Zeitpunkt bereits Krebs im Endstadium diagnostiziert worden war, war an diesem Abend Lettermans einziger Gast und nutzte seinen letzten Auftritt (seinen ersten hatte er 1982) in Lettermans Show, um mit seinem langjährigen Freund und Fan ausgiebig über sein Leben, seine Krankheit und seinen äußerst wahrscheinlichen Tod zu sprechen. Im Interview legt der große Ironiker, der zu verschiedenen Gelegenheiten Paul Shaffer als Bandleader von Lettermans Hausband ersetzt hatte, eine unglaublich rührende Mischung aus Zuversicht und Trotz an den Tag und ist zu jedem Zeitpunkt schlagfertiger als der um einfühlsame Fragen bemühte Letterman. Zevon wirkt äußerst gefasst und witzelt, dass es vielleicht taktisch unklug gewesen sei über zwanzig Jahre keinen Arzt außer seinem Zahnarzt Dr. Stan konsultiert zu haben. Auf Lettermans Frage nach der Diagnose und wie er damit umgehe, antwortet er trocken: “Well, it means you better get your dry cleaning done on special!” Später, als Letterman fragt, inwieweit seine Krankheit ihm neue Erkenntnisse über das Leben und den Tod gegegeben habe, entgegnet Zevon, dass er mehr arbeite und den Wert jeder Minute zu zu schätzen gelernt habe: “You’re constantly reminded to enjoy every sandwich…(more…)

23rd February
2012
written by DedalusRoot

“Μαζί τα φάγαμε!” (Wir ‘alle’ haben das Geld verjuxt!)
– Der Abgeordnete Theodoros Pangalos auf die Frage griechischer Journalisten, was die Regierung mit all dem Geld getan habe.

So sind wir Griechen… jahrelang lebten wir wie die Made im Speck, haben uns seit unserem ermogelten Beitritt zur EU an den reichhaltigen Subventionen und günstig zu vergebenden Krediten der anderen Mitgliedstaaten gütlich getan und mit deren Steuergeldern Häuser gebaut und Autos gekauft. Nun ist es also an der Zeit den Gürtel etwas enger zu schnallen. Das ist ungewohnt. Zu unserer Verteidigung muss man sagen, dass dem Griechen “die Kultur der Stabilität und die Fähigkeit zur Disziplin” schlichweg abgehen (Giannos Papantoniou, Finanzminister bis 2004). Der Deutsche hingegen kam nach dem Krieg gar nicht umhin sich auf diese Tugenden zu besinnen, schließlich galt es ein Land, dass sich am Boden befand, gänzlich ohne fremde Hilfe wieder aufzubauen. Und nun soll also der brave deutsche Michel die Rechnung für die Maßlosigkeit der spätgriechischen Dekadenz zahlen, während Kosta die Zeche prellt und sich weiterhin an lecker Souvlaki und Ouzo gütlich tut.

Soviel zunächst zur Bedienung tumber, rassistischer Klischees, die ich im Verlauf der vergangenen Monate so lieb gewonnen habe. Um die soll es hier aber ausnahmsweise mal nicht gehen… (more…)

14th February
2012
written by DedalusRoot

 

Valentinstag… Wie jedes Jahr werden auch heute Millionen vergesslicher Ehemänner und Lebensabschnittsgefährten gestresst durch die Einkaufspassagen der Innenstädte hetzen, um Ihrer Liebsten (oder Ihrer Ehefrau) auf den letzten Drücker ein Bouquet roter Rosen oder überteuerte Pralinen zu kaufen. Und weil dieser Tag, der ohnehin nur von umsatzorientierten Floristen und dem Kapitalismus frönenden Chocolatiers gefeiert wird, nicht jedermann’s Sache ist, können wir es dieses Jahr versuchsweise mal mit der etwas exotischeren, heidnischen Variante von Warren Ellis halten:

Happy Horny Werewolf Day!

Wie Ihr diesen Feiertag begeht, sei natürlich Eurer Vorstellung überlassen.
Ich schlage jedoch vor, sich in dieser Hinsicht ein Beispiel an klassischen Familienfesten wie den Bacchanalien zu nehmen. Trefft Euch mir euren Liebsten, streift Euch Felle und Tierhäute über, konsumiert große Mengen Alkohols und psychedelischer Substanzen und lasst dem Werwolf in Euch freien Lauf. Heult gemeinsam den Mond an!
Aber vergesst den Mist mit den Pralinen!

Passend zum Horny Werewolf Day gibt es hier übrigens Postkarten und Plüschbären!
Es wäre eben doch kein richtiges Fest ohne das passende Merchandise…

 

19th January
2012
written by DedalusRoot

Seit beinahe 60 Jahren versorgt die BILD-Zeitung Deutschland mit Qualitätsjournalismus, knackigen Schlagzeilen und sexistischer Kackscheiße noch knackigeren Oben-ohne-Mädels. Damit ist dieses grundsympathische Presseerzeugnis, mit dem die meisten von uns auf die ein oder andere Weise aufgewachsen sind (ich denke hier an Grillanzünder und Wichsvorlagen), ein ebenso großes Stück deutscher Geschichte wie deutsche Autobahnen, Rostock-Lichtenhagen und die Einhaltung der Schwäbischen Kehrwoche.

Bereits vor 10 Jahren, als das beliebte Realsatireblatt sein 50jähriges Jubiläum feierte, und sich mit der Werbekampagne “Danke Deutschland!” bei seiner Leserschaft bedankte, wurde die Aktion von der befreundeten Presse frenetisch gefeiert und bejubelt.

Anlässlich des 60. Geburtstags plant Axel Springer nun eine Sonderausgabe und brüstet sich bei Werbepartnern mit der “höchsten Auflage und Reichweite aller Zeiten”. Während man sich beim letzten Mal noch damit begnügte die eigenen Leser mit “redaktionellen Sonderteilen, Gewinnspielen und zahlreichen weiteren Überraschungen” zu belästigen, heißt es diesmal:
BILD für ALLE!

Im Klartext: Allen Haushalten in Deutschland (ca. 40,3 Millionen) soll am Samstag, den 23. Juni 2012 ungefragt eine kostenlose Sonderausgabe der BILD zugeschickt werden. Dies soll unabhängig davon geschehen, ob es sich beim Empfänger um sogenannte “Werbeverweigerer” handelt, denn erst kürzlich hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden, dass der Aufkleber “Keine Werbung” nicht für kostenlose Zeitschriften und Anzeigenblätter gilt.

Was also tun, wenn nicht gerade dringender Bedarf an Altpapier besteht oder das Katzenstreu ausgegangen ist? Arno Lampmann weist darauf hin, dass „das Zusenden von Postwurfsendungen gegen den ausdrücklichen Willen des Empfängers einen rechtswidrigen Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung darstellt.“

Wer also nicht “Teil der größten Vertriebsaktion in der Geschichte von BILD” sein möchte, muss nichts weiter tun, als dem Versand des Schundblatts von Deutschlands größter Tageszeitung rechtzeitig zu widersprechen. Zum diesem Zweck hat der hilfsbereite Andreas Schwartmann ein Musterschreiben ins Netz gestellt, mit dem widerspenstige Linksradikale und Wahrheitsverweigerer dem Springer-Verlag die kostenlose Zustellung der Bild-Zeitung untersagen können.

Alternativ sollten ungewünschte Postwurfsendungen des Springer Verlags mit dem Vermerk “zurück an Absender” bei der nächsten Postfiliale abgegeben werden. Tatsächlich schmunzeln würde ich, wenn sich in Berlin und Umgebung ein paar zum Schabernack bereite Zeitgenossen mit Kleintransporter fänden, die das versehentlich versandte Altpapier einsammeln, um es in der Axel-Springer-Straße 65 Rudi-Dutschke-Straße Herrn Diekmann vor die Füße zu kippen.

Nachtrag in eigener Sache: Ich möchte am 23.06. keine Fotos von Piraten sehen, die dieses qualitativ hochwertige Presseerzeugnis verbrennen oder sich damit den Allerwertesten abwischen. Euer Arsch sollte Euch mehr wert sein. Danke!

 

31st December
2011
written by DedalusRoot

Ich wünsche Euch allen ein wundervolles, ereignisreiches und erfüllendes neues Jahr!

Bleibt großartig und macht genau das, was Ihr tun wollt!

 

26th November
2011
written by DedalusRoot

Zum Wochenende gibt es mal wieder ein Wandgemälde der bezaubernden, trilingualen Clairikine, die sich regelmäßig an der U-Bahnhaltestelle Kottbusser Tor rumzutreiben scheint und sich Gedanken zu den wirklich wichtigen Fragen des Lebens macht.

Egal wie die Entscheidung ausfällt: Genießt Euer Wochenende!

 

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Warnung!

Widerstand

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